Kisné Cseh Julianna – Kemecsi Lajos szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 7. (Tata, 2000)
Merczi Mónika: Römerzeitliche Ringfibeln aus dem Komitat Komárom-Esztergom
Römerzeitliche Ringfibeln aus dem Komitat Komárom-Esztergom (Mónika Merczi) Die Fibeln mit Drehverschluß, d.h. die Ringfibeln erscheinen im 5. Jh. v. Chr., und verbreiten sich während der älteren Kaiserzeit. Ihre Benutzung kann bis zu den spätrömischen Zeiten als kontinuierlich betrachtet werden. In der Studie wurden 19 Ringfibeln untersucht, 14 davon, gefunden in Brigetio, befinden sich in der sog. Sammlung Kállay, die anderen kamen auf dem Gebiet des ehemaligen Kreises Dorog zum Vorschein. In den meisten Fällen sind uns die näheren Fundumstände nicht bekannt, so ist die Datierung der gefundenen Stücke nicht möglich. Trotzdem liefern sie uns, mit Berücksichtigung pannonischer Parallelen, wichtige Angaben zur Typologie und Verbreitung der Ringfibeln in Pannonién. Die Zuordnung der einzelnen Fibeln bedeutet nur im Falle der Fibel Nr. 1. Schwierigkeiten. Ihre Enden sind verschieden gestaltet: das eine Ende ist umgebogen, wie es bei den Omegafibeln üblich ist, das andere aufgerollt, was für eine Variante der Ringfibeln charakteristisch ist. Wenn man berücksichtigt, daß diese Variante der Ringfibeln in Pannonién und der benachbarten Provinz Noricum in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts erscheint und hier die Omegafibeln im 4. Jh. nicht allzu häufig sind, ist die Fibel in die 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts zu setzen. Den Ringfibeln können 4 Varianten zugeordnet werden. Für die 1. Variante (Nr. 2-6) .ist ein offener und oft unverzierter Ring mit aufgerollten Enden charakteristisch. Die Untersuchung der pannonischen Parallelen zeigt, daß diese Fibeln größtenteils in Männergräbern vorkommen, sie sind aber auch in Kindergräbern zu finden. Nur ein einziges Stück stammt aus einem Frauengrab in Tordas. So konnte Dombays Feststellung, nach der diese Fibeln bei den Kindern die Zwiebelknopffibeln ersetzen, nicht bestätigt werden. Es ist schwer, zwischen der finanziellen Lage der Toten und dem Typ der getragenen Fibeln (Szönyi) Zusammenhang zu finden. Diese Variante verbreitet sich in England schon im 1. Jh, aber in der Donaugegend erscheint es im 3. oder in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts. Die pannonischen Exemplare sind, ausgenommen den früheren Fund von Kő, in das 4. Jh. zu setzen. Münzen von Constantius IL und Iulianus bestätigen, daß sie, gegenüber der Auffassung von Jobst, auch in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts getragen wurden. Die Zahl der pannonischen Exemplare zeigt, das diese Variante nicht selten ist. Den Zwiebelnknopffibeln ähnlich verbreitete es sich im Barbaricum nicht. 279