Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 6. (Tata, 1999)

Számadó Emese: Vorläufiger Bericht über die 1999 auf dem Fabrikgelände der MOL AG Raffinerie, Szőny freigelegten Gräber

Vorläufiger Bericht über die 1999 auf dem Fabrikgelände der MOL AG. Raffinerie, Szőny freigelegten Gräber Emese Számadó Auf dem Fabrikgelände der MOL AG. Raffinerie Komárom, Szőny wurden im Zuge der Bauarbeiten in den vergangenen Jahrzehnten mehrere kleinere-größere Begrabungsstätten freigelegt, welche die spätrömischen Leichenbestattungen in Brigetio repräsentieren (I. Tafel). Im Sommer 1998 legten wir 200 m östlich von der südostlichen Ecke des Lagers entfernt drei aus dem Anfang des 4. Jhs. stammende, unbemhrte Sarkophage frei (I. Tafel A). Während der Erdarbeiten auf diesem Gelände kamen zwei neue Gräbergruppen im Jahre 1999 zum Vorschein (I. Tafel B, C und IL Tafel). Erste Begräbisstätte: Von der südostlichen Ecke des Lagers ca. 100 m in Richtung Süden kamen Erdgräber ohne Beigaben zum Vorschein. In den fünf Gräbern ruhten insgesamt sechs Tote. Der größte Teil der Gräber lag in west-östlicher Richtung (III. Tafel 2-4., IV-V Tafel), das Grab I. dagegen in nordöstlicher-südwestlicher Richtung (III. Bild 1.), was auf einetnische Devianz, oder möglicherweise auf ein Begräbnis zu einem anderen Zeitpunkt hinweist. Die Toten wurden wahrscheinlich im 4. Jh. n. Chr. aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Verhältnisse ohne Grabbeigaben bestattet. Zweite Begräbnisstätte: Ca. 150 m in südöstlicher Richtung von der südostlichen Ecke des Lagers entfernt fanden wir fünf, in ost-westlicher Richtung liegende Gräber, von denen wir vier erschließen konnten. Drei waren Ziegelgräber, zwei davon aus Gebäudeteilen, bzw. eines aus wiederum genutzten Grabsteinbruchteilen zusammengesetzt. Von den fünf Gräbern waren drei, bzw. zwei in annäherungsweise gleicher Tiefe gelegen. Im Grab 1 wurde eine Frau bestattet, reich mit Grabbeigaben versehen (VI., VIL, VIII. Tafel). Den hinteren Teil des Grabes bildete das Bruchstück des Bildfeldes eines Grabsteines, auf welchem zwischen korinthischen Säulen das Brustbild eines Ehepaares zu sehen ist. Das Grab 2 wurde hausdachartig mit Ziegeln errichtet. Den Beigaben zufolge wurde hier ein kleiner Junge bestattet (IX. Tafel, X. Bild 1., XI. Bild 1.). Das Grab 4 war ein Ziegelgrab, zum großen Teil zerstört. Das Grab 5 wurde aus insgesamt 12 Steinplatten zusammengesetzt (X. Bild 2., XL Bild 2-3., XII. Tafel). Den Funden nach war dies ein Männergrab. Obwohl wir aufgrund der Funde und so über die Gräber selbst noch weitgehend keine Schlußfolgerungen ziehen können, können wir auf jeden Fall feststellen, dass auf dem Fabrikgelände in diesem Teil neben der damaligen Militärstadt ein spätrömischer Friedhof lag, welcher - dem Fehlen von Gebäuderesten zufolge ­niemals zum geschlossenen Gebiet der canabae gehört hatte. 169

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