Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 6. (Tata, 1999)
Borhy László–Számadó Emese: Bericht üer die Ergebnisse der archäologischen Gragunben des Jahres 1998 (Szúny-Markplatz und Molaj “A”-Strasse)
waren. Die Reste der Gebäude, denen man sich von der Straße aus nähern konnte, die zum Vorschein gekommenen Objekte konnten aufgrund des archäologischen Fundmaterials als eine Bäckerei (pistrium) bestimmt werden. WIRTSCHAFTSHOF UND LEHMGEBÄUDE (SZONY, MARKTPLATZLEBENSMITTELLADEN) Auf dem Gelände konnten wir in den archäologischen Schichten gegenüber den vorangegangenen Jahren wesentlich tiefer vordringen und die dem Steinbau vorangegangenen Überreste der Lehm- und Holzkonstruktion der Häuser beobachten. Dem Charakter des Komplexes zufolge kann dies ein Wirtschaftshof gewesen sein, ist so zusammen mit der Bäckerei das erste solche Denkmal für die Wirtschaftstätigkeit auf dem Gelände der Stadt. DIE AUSGRABENEN RÖMISCHEN SARKOPHAGE AUF DEM GELÄNDE DER „A" STRAßE VON KOMÄROM/SZÖNY-MOLAJ Auf dem Gelände der Komaromer Raffinerie MOL AG, der sog. „A" Straße, wurden bei der Verlegung von Fernwärmeleitungen drei unberührte Sarkophage gefunden. Das Steintruhengrab 1 und 2 wurden 2 m unter dem Niveau des heutigen Fußweges placiert, eingebettet in dichtem gelben Lehm, der Deckel des Sarkophag 3 kam 20 cm unter dem Boden der beiden anderen zum Vorschein. Alle drei Sarkophage wurden aus Kalkstein hergestellt, die Deckel sind von je sechs Akroterion verziert. Eine Längsseite ist verziert: im Falle des Sarkophages Nr. 1 sind einem typisch norico-pannonischen Rahmenmotiv - an der Seite des Sarkophagdeckels beginnende und sich im Rahmenmotiv an der Seite fortsetzende - achtreihige Inschrift lesbar. Die Seite des Sarkophages Nr. 2 verziert ein ähnliches Motiv, auf der Seite des Steintruhengrabes Nr. 3 ist ein einfaches, rechteckiges, an den Rändern der Längsseite parallel verlaufendes Kreismotiv. Im Sarkophag Nr. 1 wurde ein 51-54 Jahre alter Mann Anfang des 4. Jhs. bestattet, nachdem eine frühere Inschrift eine Bestattung in die Mitte des 3- Jhs. datiert. Auf Grundlage der Beigaben - eine bauchige Glasflasche, ein Glasbecher mit leicht gebogener Wand, eine bronzene Zwiebelkopffibel, bronzene Gürtelschnalle - ist es in den Anfang des 4. Jhs. zu datieren. Im Sarkophag Nr. 2 wurde eine 16-20 Jahre alte und ein 11-14 Jahre alter Junge, ebenfalls als Zweitbestattung beigesetzt. Beigaben: eine Glasflasche mit Trichterhals, gedrungenem kugelförmigen Bauch mit abgeschnittenem Rand; ein konischer Glasbecher; ein unregelmäßig hexagonalförmiges Glasgeäß mit mit eingedrückter Wandung und zurückgebogenem Rand; spindelförmiger Glassalbentiegel; unverziertes, gestieltes Knochenstäbchen mit einem mit konzentrischen Kreisen verziertem Kopf (discerniculum); Spinnwirbel aus Ton; 157