Bíróné dr. Szatmári Sarolta szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 2. (Tata, 1986)

Nagy Zoltán: Vitéz János „szép palotája” írott források tükrében

entstand und die Formenwelt der Gotik und der frühen Renaissance vereinigt, wurde zwar mit seinem inneren künstlerischen Zierat vernichtet, wir können aber darüber — neben den freigelegten resten — aufgrund von erhaltenen Beschreibungen und kurzen Aufzeichnungen, welche in den Anmerkungen zu dieser Studie im Original veröffentlicht sind, ein ziemlich wahres Bild zu zeichnen. Antonio Bonfini beschreibt im Rerum Ungaricarum Decades gerafft, aber sehr plastisch den Palast von Vitéz mit Loggia, hängendem Garten und Aussichtsturm einen Triclinium genannten Prunksaal von riesigen Ausmas­sen mit den Wandbildern der hunnischen und ungarischen Könige und der Kapelle der Sybillen. Bonfinis anschauliche Darlegung wird besonders in Bezug auf die Erneuerung der Befestigung durch das Zitat aus der Deticato an Johannes Vitéz der Tabulas directionum profectionumque von Regiomon­tanus ergänzt. Bezüglich der Bauarbeiten von Vitéz in Gran/Esztergom sind auch die lobenden Zeilen, welche in einigen Epigrammen von Janus Panno­nius zu lesen sind, sehr wertvoll. Vespasiano Bisticci hebt — wahrscheinlich aufgrund der Berichte von Janus Pannonius und anderer Humanisten — in der Biographie von Johannes Vitéz hervor, dass der Erzbischof allerlei Künst­ler und Meister nach Gran/Esztergom gerufen hatte. Aufgrund der engen Beziehungen zwischen Janus und Vitéz zu Ferrara sowie kunstkritischen Gesichtspunkten ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die geladenen Künstler teils aus Ferrara stammten, teils zweifellos vom Erzbischof von Vajdahuny ad auf seinen Besitz gebracht wurden. Aus den Rechnungsbüchern von Ippolito d' Este muss man folgern, dass in der Zeit des Kindererzbischofs keine wesentlichen Bauarbeiten oder andere wichtige künstlerische Arbeiten in Gran/Esztergom entstanden. Wir wissen dadurch aber, dass Hyppolit im „palatium Sypillarum", also im neuen Palast wohnte und dies die Gemächer der verwittweten Königin Beatrix waren. Aus dem Reisebericht von Ladislaus Suntheim's „Donauthal" wird klar, dass die Könige als Stanbilder dargestellt waren und das in der Kapelle der Sybillen — der Renaissance „concordanzia" entsprechend — auch die Gestal­ten von Christus und der Jungfrau Maria Platz fanden. Laut der Chronik des Gaspar Heltai und der Schilderung des Augenzeugen Ibrahim Pecsevi befan­den sich im Prunksaal nicht nur Wandbilder, sondern auch Glasfenster. Nach der gründlichen und ausführlichen Beschreibung des Reinholtt von Lubenau kann man behaupten, dass der Prunksaal eine flache Kasettendecke mit Rosettenverzierungen besass, die Kapelle der Sybillen aber gewölbt war, und durch diese Tatsache ist schon die Verwendung von Renaissancekon­struktionen nachzuweisen. Über die Gebäude der Burg und des sich darunter befindlichen Palastes von Johannes Vitéz liefern die die verschiedenen Anstürme darstellenden Stiche wichtige Angaben. Unter ihnen verdienen die Kupferstiche von Peter Zim­mermann und die des nach ihm, aber ausführlicher und gründlicher arbeiten­den Wolfgang Meyerpeck aus dem Jahre 1595 besondere Aufmerksamkeit. Eine charakteristische Angabe ist unter den Aufschriften des Letzteren die 116

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