Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Tata, 1968)

Négy későrómai sír Brigetioból

VIER SPÄTRÖMISCHE GRÄBER AUS BRIGETIO In Szöny (Komitat Komárom), dem antiken Brigeitio, haben die Rettungsarbei­ten und Ausgrabungen der letzten Jahre mehrere Gebäudereste, viele alleinstehen­de reiche und arme Gräber un dzwei kleinere Gräbergruppe nzutage gefördert. Über das kleine Gräberfeld, dass bei den Erdarbeiten zum Vorschein kämm und auch ein „Augurengirab" enthielt, haben wir schon berichtet. 3 Hier möchten wir vier Gräber behandeln, die bei den Bauten und Erdarbeiten der Jahre 1958 bis 1960 ans Tageslicht kamen. Das Gebiet auf dem die Gräber freigelegt wurden, das „Augurengrab" und seine Umgebung, liegen auf etwa 400 bis 500 m vom süd­westlichen Ende des Legionslagers. (Bild 1.) Grab 7. Steingrab. Die Decke war ein Grabmal aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhun­derts, die Seiten bestanden aus glatten, teilweise unregelmäisisigen Steinplatten. (Bild 2.) Vom den Steindenfcmälern des Grabes ist eines eine fragmentarische (Ta­fel 1/1.), das andere eine unversehrte Grabtafel. (Tafel 1/2.) Diese trägt die In­schrift: Dm. / Fl. Abbati / ann. XI. et / Afrani Faust / tiano / Fl. Antioch / anus. Bild 3.) Die beiden Steimdenkmäler wurden bei der Bestattungsekundär verwendet. Im reichen Glasmaterial des Grabes sind zwei kennzeichnende Typen vertreten. Die eine mit einer gebauchten, geradehalsigen Glasflasche (Tafel II/5). Die Glasfla­schen beider Typen sowie die beiden Glasbecher waren in unserer Provinz zu Ende des 3. Jahrhunderts und zu Beginn des 4. Jahrhunderts im Gebrauch. Ein ähnliches schuppenglasiertes Gefäss wie in diesem Grab kam ebenfalls in Brigetio mit einer kleinen Bronze des Licinlus zum Vorschein (Bild 4/6 und Tafel HI/1.). Grab 8. Sarkophagbestattung. Inschrift: Dm. / C. Iul. / Candidiano / q. vix. ann. XVIII / m. VIL omnibus / sitrud. liberälibu / erudito lui. Gres / ces fil. karissiim / me et Cecilia / Marcellina. Der Zeitpunkt des Grabes ist durch die letzten Gepräge der ins Grab gelegten Münzen ziemlich eng begrenzt. Den Münzen zufolge konnte die Bestattung im ersten oder zweiten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts stattgefunden haben. Der ver­hältnismässig einfache Typ der Kästehenbesohläge im Grabe kommt in den Fund­gruppen aus dem Ende des 3. und aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts vor (Bild 5/8, 9 und Tafel VI/1 —10). Einen langen Gebrauch bezeugt die ßronzekanne, de­ren Herstellung auf das 2. bis 3. Jahrhundert datierbar ist. 30 Ein Gegenstück des Silberlöffels kennen wir aus Aquincum aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts 51 (Bild 5/3 und Tafel V/3.). Die Glasflasche, die Perlen, die beinerne Haarnadel und die Ohrringe bieten keine nähere Datierung, aber die mit Schub­deckel versehene Bronzedose (Bild 5/1 und Tafel V/1.) kommt in den Fundgrup­pen aus dem Ende des 3. und aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts vor. 33 Ausserdem kamen im Grab acht Meermuscheln und Meerschwämme zum Vorschein. 93

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