Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.

A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien

BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 19924996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN kommt häufig auch auf Mosaikpavimenten römischer Privathäuser vor: ein der schönsten Beispiele wurde im tunesischenen Utique, im sog. Maison du Caton freigelegt worden. 28 Das Wandgemälde in einer römischer Villa im tripolitanischen Zliten (Dar Buch Ammera) stellt eben­falls den thiasos der Nereiden dar. 29 Obwohl das Deckengemälde von Brigetio­Vásártér eine einzige Frauenfigur darstellt, und der fragmentarisch ans Tageslicht gebrachte Körper des Pferdes - zumindest im jetzigen Stand der Restaurierung - keinerlei Hinweis darauf liefert, ob das Pferd Flößen besaß und dadurch ein Seewesen gewesein sein müßte, aufgrund der ikonographischen Vorbilder und Parallelen müssen die Muster zur Interpretation dieser weiblichen Reiterfigur im Kreis der auf Meerestieren dargestell­ten Nereiden gesucht werden. Die Abfertigung von Wandmalereien, die aus ihrem ursprünglichen mythologischen Kontext ausgerißene, einfach wegen ihrer Schönheit dargestellte und aus Musterbüchern genommene Figuren aufweisen, war in der Geschichte der römischen Wandmalerei nach dem 1. Jh n.Chr. allgemein verbreitet. 30 Obwohl Nereiden - in mythologischem Kontext ­nur in Begeleitung von Meeresgötter äußerst imposant wirkten, 31 war es bereits um die Wende des 2. zum 3. Jh n.Chr. - d.h. zur Zeit der Herstellung des hier behandelten Deckengemäldes aus Brigetio-Vásártér (Datierungskriterien s. unten) - gewöhnlich, Nereiden auch allein darzustellen. 32 Die Ikonographie und Darstellungsweise der im vierten pompejanischen Stil dargestell­ten Figuren geht in die 4-3. Jh v.Chr. zurück. Die Tatsache jedoch, daß diese nach klas­sisch-hellenistischen Mustern bemalten Gestalten mythologischer Szenen eine große Mannigfaltigkeit aufweisen, kann einerseits mit dem unglaublichen Reichtum der Motiven der hellenistischen Kunst, andererseits mit den Kenntnissen römischer Künstler erklärt wer­den, die diesen vom Griechentum geerbten Motivschatz - und die Vorbilder - weiter gestal­tet haben. 33 28 C. Duliere, Utique. Les mosaiques in situ en dehors des insulae I-II-III. Corpus des Mosaiques de Tunesie, I. (Tunis 1974) 50ff., PI. XXXIII-XXXV, Nr. 205. In diesem Zusammenhang s. noch: C. Beiz, Marine Genre Mosaic Pavements of Roman North Africa. Los Angeles 1978, passim; K. M. Dunbabin, The Mosaics of Roman North Africa. Studies in Iconography and Patronage. Oxford 1978, passim. 29 S. Aurigemma, I mosaici di Zliten. Roma-Milano 1926. S. noch: Borda a.O. (Aran. 9) 310. Ebenda die Darstellung des nackten Dionysos, der auf Panther sitzt - sein Mantel flattert hinter seinem Rücken ­und in seiner Hand einen thyrsos hält (ebenda S. 307). Alles in einem: „linguaggio impressionistico e un piú accentuate impulso barocco nel ritmo della composizione" (ebenda S. 305). i0 S. dazu Curtius a.O. (Anm. 24) 414.: „Die Figuren sind isoliert auf die große einfarbige Wandfläche geset­zt, die erst der dritte und der vierte Stil ihnen bot. Damit erhalten sie die Luft und die Weite des Raumes, die zu ihrem Wesen gehört, die sie aber in ihrer früheren Verwendung gar nicht besitzen konnten, weil nur die pompejanische Wand des ausgebildeten Architekturstils eine solche freie Fläche kennt. Damit ist zwar nicht der Himmel dargestellt, aber doch das undarstellbare Element des wolkenfreien Äthers abstrakt real­isiert." Zum „dekorativen Charakter" der Meeresszenen und Nereiden im 3. Jh. n.Chr. s. Borda a.O. (Anm. 9) 305f.: „Motivi mitologici di contento marino, particolarmente adatti alla decorazione di ambienti ter­minali, sono contemporaneamente svolti in composizioni pittoriche di carattere prettamente ornamentale". " S. oben Anm. 26. ,2 M. Boosen, Etruskische Meeresmischwesen. Untersuchungen zu Typologie und Bedeutung. Roma 1986, 135ff., bzw. s. bes. 173: Das Meerpferd zusammen mit Menschen. " Curtius a.O. (Anm. 24) 412: „auf dieser Höhe des vierten malerischen Stils gewinnen diese Gestalten erst die vollendete Leichtigkeit, die zu ihrem Wesen gehört". Das Ausreißen aus dem ursprünglichen bildlichen und mythologischen Kontext bezieht sich noch mehr auf das wesentlich spätere Wandgemälde aus Brigetio-Vásártér. 84 ACTA -ARCIIAEIOGÍCA •RRIGETJÜNENSIA

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