Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.
A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien
BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 19924996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN In der Mitte der.Decke ist im weißen Hintergrund als Grundfläche ein kreisförmiges Medaillon (Durchm.: 160 cm) zu sehen, dessen Ränder breitere hellblaue (außen) und rote Kreislinien (innen) und zwischen Ihnen schmaler Streifen (identisch mit der Grundfläche) bilden (Abb. 5.). In dieser Kreiskomposition ist eine - abgesehen von ihrem grünen, hinter ihrem Rücken flatternden Mantel - nackte weibliche Gestalt auf einem nach rechts schreitenden Pferd leigend, dargestellt. Das Maul des Pferdes und das Gesicht der Frau werden zueinander gewendet, wobei das am Zügel gehaltene Pferd nach hinten schaut. Die Struktur des Deckengemäldes kann durch strenge Symmetrie charakterisiert werden (Abb. 6. und Abb. 7.). Das blaue „Gitter" der Deckenmalerei besteht aus drei miteinander zusammenhängenden Elementen: 1. am Rand der Decke verlaufen in quadratischer Form vier blauen Streifen - in ihrer Mitte mit je einem, in rotem Hintergrund nach rechts schreitend dargestelltem Panther (oder felina); 2. die aus dem ebenfalls blauem Rand der mit Panthern verzierten Bildfelder zur Mitte ausgehenden blauen Streifen, die die Decke in vier gleichgroße Quadraten teilen und die Linien der zwei, sich theoretisch im Mittelpunkt der Decke in rechtem Winkel schneidenden Hauptachsen darstellen. Sie schließen sich an den äußeren blauen Rand der in der Mitte der gesamten Struktur dargestellten Kreiskomposition (3.) an. Auf diese Grundstruktur werden die weiteren Verzierungselemente aufgebaut. Aus den in den vier Ecken der Decke dargestellten gelben Blumenkelchmotiven verlaufen vier bunte, geradlinige Girlanden, die die vier quadratische Bildfelder in zwei gleichgroe, dreickförmige Felder halbieren. Diese Girlanden stellen die weiteren Symmetrieachsen der Komposition dar, welche den Kreis in Achtel teilen, und sich - theoretisch - ebenfalls im Mittelpunkt der gesamten Komposition schneiden. An den Achteln des äußeren Randes des Kreises sind vier rote ansae - mit gelbem Innere - angesetzt, an welche sich die Spitzen der Girlanden anschließen. Die gleiche Farbe wie die der ansae trägt der innere, rote Streifen der Kreiskomposition, die parallel zum äußeren Rand des Kreises verläuft und durch einen schmalen, weißen Streifen - wo der weiße Hintergrund plötzlich sichtbar wird - vom blauen Streifen getrennt wird. Der rote Streifen wird an der Innenseite von kleinen schwarzen und teilweise hellblauen Pünktchen in einer Breite von ung. 3 cm begleitet. Die Decke weist acht Grundfarben auf: 1. blau (Farbe der Grundstruktur der Deckenmalerei), 2. braun (Körper des Pferdes), 3. gelb (das Innere der ansae), 4. grün (Mantel der Frau), 5. rosa (weiblicher Körper), 6. rot (innere Steifen am Kreis, Farbe des Hintergrundes der mit Panthern verzierten Bildfelder, der Rahmen der ansae, Rand des grünen Mantels der Frau), 7. schwarz (Pünktchen an der Innenseite der Kreiskomposition und Grundfarbe der blauen Bildfelder), 8. weiß (Grundfarbe der Decke) welche durch ihre Töne weiter verfeinert werden. Dies kommt am besten bei der Darstellung der Muskeln des in Bewegung dargestellten, und sehr kraftvoll wirkenden Körpers des Pferdes zum Ausdruck, wobei die braune Farbe mal durch dunklere, mal durch hellere Töne variiert wird oder bei der Flächenbehandlung des - eigentlich sehr maskulin wirkenden - weiblichen Körpers. Diese Plastizität der Körper trägt zur perspektivischen Wirkung beider Gestalte bei und erweckt die Illusion des Licht-Schatten-Spieles. Das zentrale Bild spricht von hohen künstlerischen Kenntnissen im Bereich der Anatomie und der Perspektive und steht einerseits zu den weniger qualitativen, beinahe „dicken" Panthern, besonders aber zum strengen, symmetrischen Grundsystem in scharfem Kontrast. ACTA •ARCHAELOGICA "BRIGETIONENSIA 81