Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.

A konferencia előadói és résztvevői - 1. Római falfestészet a nyugati provinciákban: Gallia, Germania, Nyugat-Pannonia - GUDRUN VETTERS (WIEN): DIE RÖMISCHE WANDMALEREI IM ÖSTERREICHISCHEN TEIL PANNONIES

DIE RÖMISCHE WANDMALEREI IM ÖSTERREICHISCHEN TEIL PANNONIENS Bruckneudorf 39 Bei den Grabungen in der Villa von Bruckneudorf in den 50er, 70er und 90er Jahren kamen in unterschiedlichen Mengen Fragmente von Wandmalerei zu Tage. Saria sowie Langmann berichten in ihren Grabungsberichten immer wieder von den herausragenden Funden. Eine kleine Auswahl der bis jetzt unpublizierten Wandmalerei soll nun vorgestellt werden. An der Fassade entdeckte Saria noch bis zu 80 cm hohe Reste einer rosafarbigen Steinimitation mit gelben und schwarzen Punkten. Des weiteren wurden Reste einer roten Quaderimitation sowie von einer grünen Bordüre gefunden. 40 In einigen Räumen konnte noch die Wandmalerei der Sockelzone in situ vorgefunden wer­den, wie z.B. in Raum 5 und Raum 6. Der Sockel in Raum 5 (Abb. 10) besteht aus rot gerahmten, unterschiedlich großen rechteckigen Feldern, die in der Mitte abwechselnd ein gelb gerahmtes, blau grün marmoriertes Feld oder ein weiß gerahmtes rot geschecktes Feld aufweisen. Diese Malereien harmonieren sehr gut mit den dazugehörigen Mosaiken und sind auch im Burgenländischen Landesmuseum gemeinsam ausgestellt. Teile der gemalten „Tapetenmuster" wurden in Raum 3 (Kreise mit Blättern) und Raum 11 (Kassetten) gefunden (Abb. 11). Die konzentrischen Kreise, die in der Mitte abwechselnd rot und blau ausgemalt sind, sind von zwei schwarzen Kreisen umgeben. Die Kreise werden von aus Blättern gebildeten Quadraten umgeben. 41 Der Rahmen der Kassetten aus Raum 11 ist gelb oder dunkelgrün, während im Inneren die Quadrate schwarz oder rot mit sternförmigen Blüten ausgestattet sind. 42 Die meisten gefundenen Malereireste stammen aus den Planierschichten unter den einzelnen Böden und sind somit bis jetzt nicht eindeutig einem Raum zuzuordnen. Des weiteren fanden sich Teile von figürlichen Szenen, wie z.B. ein sehr gut erhaltener Schildträger, der heute im burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt zu besichtigen ist, oder von idyllischen Landschaften. Eine Seelandschaft, weidende Schweine sowie Reste von Stilleben finden sich ebenfalls darunter. Besonders hervorzuheben sind noch die Graffiti aus dem nordöstlichen Bereich des Gebäudes (Raum 14 und 26). Es sind mehrere Darstellungen von Pferden, mit oder ohne Reiter sowie die Darstellung einer Frau mit Kind bekannt. Das Kind hat die Beischrift Petronia, während über der Frau nur mehr der erste Teil des Namens Quir... erhalten ist. 43 Die vollständige Bearbeitung des Materials soll dem­nächst erfolgen. 39 H. Zabehlicky, Kleiner Führer durch die römische Palastanlage von Bruckneudorf, Sonderdruck der Mitteilungen Nr. 48, Zeitschhrift des Museums- und Kulturvereines Kaisersteines Kaisersteinbruch, 1998; B. Saria, Der römische Herrensitz bei Parndorf und seine Deutung, in: Festschrift für A.A. Barb (Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland 35) (1966) 252 ff; G. Langmann, Bericht über die Grabungskampagnen 1975-1978 in Bruckneudorf, Bez. Neusiedl am See, Burgenland, BHB 41, 1979, 66-87 und 100-114; ders., Der Gutshof von Bruckneudorf/Bgld., MGFC 1979 Heft 1,6 ff; E. Thomas, Römische Villen in Pannonién. Beiträge zur pannonischen Siedlungsgeschichte (1964) 177-192. 40 B. Saria, Der Mosaikfund von Parndorf zwischen Parndorf und bruckneudorf, BHB 13, 1951, 54; E. Thomas, loc. cit., 179. 41 A. Barbet et al., Imitations d' opus sectile et decors a reseau, Essai de terminologie, Bulletin de Liaison N° 12, 1997, Nr. 1 c, jedoch im Quadrat; E. Thomas, loc. cit., 185. 42 E. Thomas, loc. cit., 185. 43 B. Saria, Der römische Herrensitz bei Parndorf und seine Deutung, in: Festschrift für A.A. Barb (WAB 35) (1966) 252 ff; E. Thomas, loc. cit., 185. ACTA • ARCH AELOGICA • BRIGETIONENSI A 69

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