Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.
A konferencia előadói és résztvevői - 1. Római falfestészet a nyugati provinciákban: Gallia, Germania, Nyugat-Pannonia - GUDRUN VETTERS (WIEN): DIE RÖMISCHE WANDMALEREI IM ÖSTERREICHISCHEN TEIL PANNONIES
DIE RÖMISCHE WANDMALEREI IM ÖSTERREICHISCHEN TEIL PANNONIENS Judenplatz Ein besonders schönes Beispiel stellen Fragmente dar, die 1907 am Judenplatz gefunden wurden.' 2 Sie sind Teil eines ca. 2-30 cm hohen Frieses, der vermutlich eine architektonische Wandgliederung oben abschloß. Die ursprünglich hell leuchtenden Farben sind auf blauschwarzem Grund aufgetragen. Die in hellem Ockergelb gehaltenen Figuren weisen Gelbe, Rotbraune und Blaue Schattierungen auf. Einzelne Details sind durch stärkere Striche in Rotbraun oder durch aufgesetztes Weiß angegeben. Dargestellt ist eine Szene in einer Schmiede (Abb. 8 a). Der Schmied, bekleidet mit einem Pilos und einem Gewand, das die rechte Schulter freiläßt. Er sitzt oder steht in gebückter Haltung vor einem Amboß. Mit der Rechten schwingt er den Hammer. Die Zange, die er in seiner verlorenen Linken hält, ist auf dem Amboß sichtbar. Besonders auffällig ist die weibliche Figur rechts von ihm. Sie ist mit einem kurzen Chiton mit kurzen Ärmeln bekleidet. Ihre Oberarme liegen eng am Körper, die Unterarme sind seitlich abgewinkelt. Der Kopf ist leicht zu ihrer linken Schulter geneigt. Sie überragt den Schmied um Kopflänge. Die Anwesenheit einer Frau in einer Schmiede deutet auf eine mythologische Szene hin. Im Schmied hat man daher Hephaistos gesehen und in der Frau, ihrer steifen Haltung wegen, ein künstlich von Hephaistos geschaffenes Mädchen, das der Sage nach die Aufgabe hatte, ihn zu stützen. 33 Von Harl wird jedoch die Deutung als Hephaistos mit der von ihm geschaffenen Statue bezweifelt, da zwischen den beiden Figuren keinerlei farblicher Unterschied besteht. Er interpretiert den Schmied als Teichine, die weibliche Figur wird aber dabei nicht berücksichtigt. 34 Nagy sowie Brommer sehen in der Darstellung Thetis bei Hephaistos. 35 Eine endgültige Deutung mögen neuere Untersuchungen bringen. Fragment b, das nicht an die vorher beschrieben Szene anpaßt, zeigt einen nach rechts stehenden Jüngling im blauen Mantel, der ein Pferd führt (Abb. 8 b). Auf Fragment c erkennt man noch eine Hand mit Stab (Abb. 8 c) und Fragment d zeigt die vordere Gesichtshälfte und rechte Schulter einer männlichen Figur (Abb. 8 d). Die Fragmente werden von Abramic in das 2. Jh. datiert. Weiters wurden Fragmente mit Blumenschmuck auf schwarzem Grund, flankiert von ornamentierten Pilastern gefunden. Eine darüberliegende „übermalte Schicht" wurde laut Nagy entfernt. 36 Rennweg Fragmente eines Wandmalereifreskos wurden 1903/04 am Rennweg im 3. Wiener Gemeindebezirk gefunden. Sichtbar sind die Enden zweier Girlanden in roter und grüner Farbe, die jeweils durch eine rote Schleife festgebunden sind. 37 "Vindobona, Die Römer im Wiener Raum, Katalog zur Ausstellung 1978 (1978) 213 f; F. von Kenner, Forschungen in Vindobona, JbAK 3, 1909, 7; M. Abramic, Reste von Wandmalereien aus Vindobona, JbAK 3, 1909, 88 ff, Taf. VII; M. Mosser, Befunde im Legionslager Vindobona. Teil I: Altgrabungen am Judenplatz und Umgebung. FWien 2, 1999, 48 ff. "M. Abramic, Reste von Wandmalereien aus Vindobona, JbAK 3, 1909, 88 f. "* Vindobona, Die Römer im Wiener Raum, Katalog zur Ausstellung 1978 (1978) 213. "L. Nagy, loc. cit., 84 f.; F. Brommer, Hephaistos, der Schmiedgott in der antiken Kunst (1978) 239, Nr. 9. ,6 L. Nagy, loc. cit., 84 f. 57 Vindobona, Die Römer im Wiener Raum, Katalog zur Ausstellung 1978 (1978) 214; A. Neumann, Vindobona, Die römische Vergangenheit Wiens (1972) 131, Abb. 90; L. Nagy, loc. cit., 120; RE IX A 1 (1962) sv. Vindobona, 68 (R. Neumann). ACTA»/