Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 23. (Szolnok, 2014)
Régészet - Prohászka Péter: Adalékok a tószegi Laposhalom kutatásának történetéhez (Csetneki Jelenik Elek jelentései, levelei és rajzai 1876-ból)
TISICUM XXIII. - RÉGÉSZET Péter Prohászka Beiträge zur Geschichte der Forschung von Tószeg-Laposhalom (Berichte, Briefe und Zeichnungen des Elek Csetneki Jelenik aus dem Jahr 1876) Seit der Entdeckung der Fundstelle in Tószeg-Laposhalom kehrte die ungarische Archäologie immer wieder zurück um ihre Forschungen fortzuführen. Tószeg ist den ungarischen und ausländischen Forschern als wichtige Station für die Bronzezeitchronologie seit 1876 bekannt. Aus Anlass des VIII. Internationalen Urgeschichtlichen und Anthropologischen Kongresses und der Ausstellung in Budapest wurden verschiedene Orte - wie zum Beispiel die römischen Flügelgräber von Pätka und die eisenzeitlichen von Százhalombatta - im Königreich Ungarn archäologisch erforscht, die später als wichtige Fundplätze bekannt wurden. Tószeg gelangte zufällig zu ihnen, als der Schriftsteller und Gutbesitzer Ferenc Márton (Lajos Abonyi) die Aufmerksamkeit von Flóris Römer auf die Funde bzw. Fundstelle lenkte. Nach dem Zeitungsbericht von Márton zeigte ihm ein Taglöhner, namens Óbora, die ersten Funde - hübsche Tongefäs- se, schön polierte Knochen mit rundem Loch - im Frühling 1876. Óbora hat die Funde bei einem in der Nähe von Tószeg liegenden Flügel namens Laposhalom entdeckt, sie wurden bei der Überschwemmungen aus dem hohen Abhang des Laposhalom herausgespült. F. Márton besuchte auch die Fundstelle und sammelte einige Gefässe, Scherben und Steinäxte, die er mit einem Brief an Flohs Römer ins Nationalmuseum sandte. Er war es zugleich, der nähere Erklärungen Römer lieferte und zugleich im Namen der Gütergemeinschaft von Abony das Museum zu einer Grabung anregte. Die Entdeckung dieses wichtigen Fundplatzes kam zur rechten Zeit, denn bereits am 4. Mai begann hier Flóris Römer die Arbeit und leitete die Ausgrabungen zusammen mit Elek Csetneki Jelenik, der hier die Ausgrabungen vom 19. bis 28. Juni weiterführte. Elek Csetneki Jelenik gehörte zu den talentiertesten jungen Archäologen in damaligen Ungarn, obwohl er zuerst Medizin an der Universität Pest studierte und erst später die archäologischen Vorlesungen besuchte. Er zählte zu den Studenten von Flóris Römer und wurde 1875 als Hilfskraft gerade wegen der Vorbereitungsarbeiten für das Kongress im Nationalmuseum angestellt. Wie sein Professor und seine Kollegen zeichnete er hervorragen und war er methodisch gut geschult. Gerade deswegen beauftragte ihn Römer damit, dass er die Ausgrabungen in Tószeg-Laposhalom leiten soll. Er berichtete Römer laufend über die Ergebnisse und Gang der Arbeit. Seine Arbeit ermöglichte es, dass die Teilnehmer des VIII. Internationalen Urgeschichtlichen und Anthopologischen Kongresses, der am 4. September 1876 eröffnet wurde, bereits in der damals veranstalteten Ausstellung das in Tószeg gesammelte Material studieren konnten. Einige ausländische Forscher, wie J. Mestorf, L. Pigorini und R. Virchow, besuchten am 10. September die Siedlung von Tószeg und veranstalteten dort eine Ausgrabung. Über ihre Ansichten haben sie auch nach dem Kongress berichtet. Im Beitrag werden jene Briefe aus der Korrespondenz des VIII. Internationalen Urgeschichtlichen und Anthropologischen Kongresses veröffentlich, die mit Funden und Ausgrabungen in Tószeg-Laposhalom in Verbindung stehen. Die ersten beiden Briefe wurden von F. Márton verfasst, in den er über die Entdeckungen in Tószeg berichtete. Die anderen Briefe und Berichte stammen aus dem Feder von Elek Csetneki Jelenik, in den er Flóris Römer über seine Beobachtungen und Entdeckungen in Tószeg und Umgebung berichtete. Zum Glück blieben die Antwortbriefe von Römer auch erhalten, die hier ebenfalls veröffentlicht werden. Obwohl ein Grabungsbericht von Csetneki Jelenik in Archaeológiai Értesítő erschien, sind seine Berichte an Römer wichtige und bisher nicht ausgewertete Quellen über die Ausgrabung im Juni 1876. Die Beschreibung in dem von Flóris Römer verfassten Compte-Rendue, zweiter Band des Kongressberichtes, geht auf diese Berichte zurück. Römer fasst hier aber auch seine eigenen, weiter die Ergebnisse von Csetneki Jelenik und den drei erwähnten ausländischen Archäologen zusammen. Hier bildet er die von Csetneki Jelenik gezeichnete Karte der Fundstelle ebenfalls ab, deren Originalstück sich im Nachlass Römers befindet. Im Jahre 1877 übersiedelte F. Römer als Domherr nach Nagyvárad. Csetneki Jelenik schied aus dem Museumsdienst kurz danach aus und starb kaum ein Jahrzehnt später. Die von den Kongressteilnehmern mit grossem Interesse aufgenommenen Ausgrabungen in Tószeg stagnierten für lange Zeit. Die alten Berichte, Briefe und Zeichnungen aus dem Jahr 1876 sind wichtige und bisher nicht ausgewertete Quellen der urgeschichtlichen Forschung in Ungarn. Ihre Veröffentlichung ist eine willkommene Bereicherung der Forschungsgeschichte des Tószeg-Laposhalom. Übersetzt von dem Autor 32