Gulyás Katalin et al. (szerk.): Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 21. (Szolnok, 2012)

Régészet - Prohászka Péter: Római és bizánci aranyérmek Tiszafüred környékéről

PROHÁSZKA PÉTER - RÓMAI ÉS BIZÁNCI ARANYÉRMEK TISZAFÜRED KÖRNYÉKÉRŐL Péter Prohászka Römische und byzantinische Goldmünzen aus der Umgebung von Tiszafüred Die römischen und byzantinischen Goldmünzen sind wichtige Quellen über die Kontakte zwischen Reich und den barbarischen Völker im Kar­patenbecken. Gold wurde hauptsächlich für die Soldaten und für Aussen- handel geprägt. Wie bei anderen Gebiete des europäischen Barbaricums erscheinen die römischen Aurei im Karpatenbecken erst ab Mitte des 3. Jahrhunderts in grösserer Zahl. Fast die Hälfte von denen wurden ge- öst oder gelocht als Statussymbole getragen. Aus dem Komitat Szolnok sind nur wenige Goldmünzen der Perioden bekannt. Im Beitrag wurden zwei Münzen vorgelegt und wissenschaftlich bearbeitet, welche in der nordöstlichen Ecke des Komitats, in der Umgebung von Tiszafüred ans Tageslicht gekommen sind. Der Aureus des Postumus aus Köcsüjfalu be­zeugt über die Aufwertung der barbarischen Soldaten im römischen Heer und der Solidus des Heracleius stammt aus jenen Jahresgelder, welche vom Byzanz an die Awaren gezahlt wurden. Obwohl der Aureus des Gegenkaisers Postumus von Endre Taricz- ky mehrfach veröffentlicht wurde, hat keine Beachtung in den wissen­schaftlichen Arbeiten bekommen. Er gehört zum Typ RIC 276 und seine Prägung erfolgte im Winter 263/264. Er wurde aber geöst als Schmuck getragen. Die Goldmünze des Postumus ist ein Unikat im Münzverkehr des Karpatenbeckens, weil die anderen Aurei von rechtmässigen Kaiser geprägt wurden. Sie gelangten als Geschenk, Sold oder Tributum ins Barbaricum. In vita Victorini des SHA wird die Anwerbung und Nutzung von germanischen Krieger durch die gallischen Usurpatoren erwähnt. Der Aureus des Postumus könnte auch zu einem germanischen Krieger gehört haben, wer die Münze zum Schmuck umgestaltet ins Karpaten­becken brachte. Über den Solidus des Heraclius berichten jene Akten, welche sich im Archiv des Ungarischen Nationalmuseums befinden. Er wurde von dem Tiszafüreder Uhrmacher Ignatz Weiszmann ins Museum geschickt, wer sich nach seinem Wert erkundigte. Der Solidus gehört zum Typ MIB 65 nach der Bestimmung von Ödön Gohl anhand des Werkes von Sabatier. Solche Münzen gehörten zu jenen Jahresgelder, welche jährlich unter He­raclius an die Awaren gezahlt wurden. Aus dem Komitat sind noch einige byzantinische Goldmünze bekannt, wie die Solidi des Justinianus I. von Tiszaigar und Törökszentmiklös, des Heraclius von Kunmadaras und von Heraclius, Konstantinos IV. und Tiberius aus Karcag. Sie bezeugen alle über die Kontakte zwischen Byzanz und der Awaren in verschiedenen Perioden des Frühmittelalters. Übersetzt von dem Autor 41

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