Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)
Régészettudomány - Sánta Gábor - A Halomsíros kultúra Domaszék-Börcsök-tanyai településének legkorábbi szakasza és a telep szerkezete
Régészettudomány | Gábor SÁNTA Die früheste Phase und die Struktur der Siedlung der Hügelgräber-Kultur in Domaszék-Börcsök Gehöft Für Marcsi Zur Erinnerung meines ersten auf Grabung verbrachten Sommers Resümee In 2005 wurde am südlichen Teil der Großen Ungarischen Tiefebene, in der Umgebung von Szeged in der Trasse der Autobahnlinie an der Fundstelle Domaszék-Börcsök Gehöft ein beachtlicher Teil einer großflächigen Hügelgräber-Siedlung freigelegt. In diesem Artikel behandeln wir die früheste Siedlungsphase und die Struktur dieser Siedlung. Die 486 Befunde verteilten sich nicht gleichmäßig, sondern bildeten auf der gesamten Grabungsfläche 5 Gruppen. In allen Gruppen konnten Gruben und Pfostenlöcher beobachtet werden. In der 1. Gruppe kamen ein Grubenhaus und eine kleine Werkstatt oder ein Stall zum Vorschein. In der 5. Gruppe wurde ein Pferchgraben freigelegt. Die Grundrisse von drei Pfostenhäuser waren auch zeichnerisch rekonstruierbar, ihre Größen betrugen: 7,5x3,5 Meter bzw. 10-15x5 Meter. Zwei von ihnen befanden sich in der 1. Gruppe. Die unsystematische Anordnung der Pfostenlöcher zeugt von mehrfacher Erneuerung der Häuser. Im Fundmaterial der einzelnen Gruppen sind überall einige frühhügelgräberzeitliche Gruben, so müssen wir die parallele Benutzung dieser annehmen. Damit können die einzelnen Befundgruppen als Lebensraum je einer Familie interpretiert werden. Folglich kann die Lebensdauer der Siedlung in 100-200 Jahren bestimmt werden. Die Lebensweise der Bewohner war viel extensiver, als die der Teil-Bewohner in der vorangehenden Periode, aber durch die Entstehung der durch längere Zeit bewohnten Siedlung kann die wandernde, nomadische Lebensweise ihrer Bewohner nicht bestätigt werden. In ihrer Wirtschaft bekam neben der Viehhaltung auch die Brandrodungswirtschaft eine Rolle. Das Fundmaterial der Siedlung kann in mehrere Phasen eingestuft werden, die früheste verläuft noch mit dem Ende der Koszider-Periode parallel. Diese Tatsache beweisen die Krüge mit Buckelfüßen, Gefäße mit Trichterhals und die Importstücke der Vatina- und PerjämosKultur, die Schalen und Zierelementen von Typ Magyaräd/ Madarovce und die Anwesendheit aus Tiszaalpár-Várdom bekannter Keramiktypen. Die Gründer der Siedlung gehörten zu jener Gemeinschaftsgruppen an, deren Siedlungen und Gräberfelder auf in der mittleren Bronzezeit noch nicht besiedelten Gebieten erstreckten, und setzten ihr Leben durch lange Zeit hindurch fort, vielleicht bis ins Ende der Reinecke BC Periode. Ich halte die Zuwanderung zahlreicher fremder Bevölkerungselemente nicht für wahrscheinlich. Die materielle Kultur der spätbronzezeitlichen Hügelgräberkultur und die der Teil-Bevölkerung zeigt - neben den auf den ersten Blick gut erkennbaren, grundlegenden Unterschiede - viele Ähnlichkeiten (Glutdeckel, Schüsselrand mit Doppelzipfel, einige Schüsselformen und Ziermotiven). Den engsten Zusammenhang - die gesamte Fundensemble betrachtend sehen wir mit der Alpär-Phase der Spätvatya-Kultur, aber es muss betont werden, dass es sich hier nicht um eine Siedlung mit Vatya-Charakter handelt, sondern um eine Besiedlung mit Hügelgräber-Charakter, deren Erforschung uns zur Deutung der Veränderungen zum Ende der Kosziderperiode näher bringen könnte. 271