Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)

Régészettudomány - Szilvia Guba - Neuere Daten zur mittelbronzezeitlichen Besiedlung des Zagyva-Tales

I Tisicum XIX. mehreren Fundplätzen bekannt, wie z.B. aus Jászberény 9 1, Bocs 9 2, und Jászdózsa-Kápolnahalom. 9 3 Miniaturäxte aus Ton. Es sind zwei Äxte aus Zagy vapálfalva zum Vorschein gekommen. (Taf. 1/15-16) Beide sind an der Durchbohrung abgebrochen. Laut einiger Forscher sind sie typische Gegenstände der Hatvan-Kultur, und sind auf dem Verbreitungsgebiet der Kultur nur als Siedlungsfunde bekannt. 9 4 Auf dem Verbreitungsgebiet der Füzesabony­Kultur ist uns ein einziges Stück aus einem Kindergrab bekannt. 9 5 Unter den Einzelfunden aus Zagyvaszántó befindet sich ein weiterer Tongegenstand, den T. Kovács nur fraglich als Axt interpretiert. 9 6 Wagenradmodelle. Die Funde aus Zagyvapálfalva (Taf. 4/10-13) gehören alle zu derselben Form: runde flache Tonscheiben, in der Mitte mit Durchbohrung und Radnabe. Sie sind in den meisten Siedlungen der Hatvan­Kultur 9 7 vorhanden, und kommen auf einem größeren Gebiet im mittelbronzezeitlichen Karpatenbecken zum Vorschein. Schön verzierte Exemplare kennen wir aus den Siedlungsfunden von Gyulavarsánd 9 8 und Pocsaj-Leányvár". Es besteht noch immer eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Bestimmung einer eindeutigen Funktion. Sie werden sowohl als Kinderspielzeuge 10 0, als auch kultische Gegenstände 10 1 gedeutet. Als wichtigster Beleg für einen Gebrauch als Kinderspielzeug wird das Beispiel eines Wagenmodelles gefunden in einem Kindergrab in Nizna Mysïa gerechnet. 10 2 Laut J. Tárnoki beweist dieses Phänomen das Gegenteil, da der Wagen als Fortbewegungsmittel gerade im allgemeinen Glauben an das Jenseits eine wichtige Rolle gespielt haben sollte. 10 3 In der Deutung schließen wir uns der Meinung von I. Bona an, insofern jedes einzelne Stück - falls die Möglichkeit besteht - in ihrer einzelnen Fundumständen analysiert werden muss, damit eine eindeutige Beurteilung der Funktion erzielt werden kann. Zusammenfassung Anhand der aufgeführten Funde kann die mittelbronzezeitliche Geschichte des Zagyva-Tales durch 91 TÁRNOKI Judit 1988.143, OSÁNYI Marietta - TÁRNOKI Judit 1992a. Kat. Nr. 420., P. FISCHL Klára 2006. Kat. Nr. 22,143, 418, 520. 92 In Hernádkak ist ein Exemplar aus einem Kindergrab bekannt. SCHALK, Emily 1992. Taf. 24. 9. 93 KOVÁCS Tibor 1989/a 4. kép 4. 94 KALICZ Nándor 1968.158, BÓNA István 1992. 74. 95 BÓNA István 1975. Taf. 144/1, 4,10. 96 BÓNA István 1992. Abb. 34. 97 TÁRNOKI Judit 2001. 132-133 98 BÓNA István 1992. 74, KOVÁCS Tibor 1992. 78. 99 OLEXA, Ladislav 1982. 391. 100 TÁRNOKI Judit 2001.132-133. 101 KOVÁCS Tibor 1989/a 16. 102 P. FISCHL Klára 2006.164,166. 103 TÁRNOKI Judit 1996. 74. weitere Daten ergänzt werden. Die beiden Fundplätze liegen in einer größeren Entfernung von ca. 30 km voneinanderentfernt, und auch die chronologische Einordnung zeigt Unterschiede. Im Material von Zagyavpálfalva sind typische Hatvan- und Füzesabony-Elemente vorhanden, wobei bei den Funden von Pásztó schon kosziderzeitliche Merkmale auftauchen (Töpfe mit buckelverziertem Rand, schraffierte Dreiecke). Die Zusammensetzung der Funde aus Zagyvapálfalva zeigt einen starken Ziercharakter, den sie wahrscheinlich der sorgfältigen Selektion der Sammler verdanken kann. Es wurden nur die schönen und außergewöhnlichen Gegenstände und Gefäße aufgesammelt, es stehen uns keine Informationen zu den Befunden zur Verfügung, so dass, nur ein Bruchteil des Materials mit mangelhaften Informationen untersucht werden konnte. Trotzt dieser Einschränkungen zeigen sich die charakteristischen Funde der späten Hatvan-Kultur mit einem starken Einfluss des Füzesabonyer-Stils. Anhand der Zusammenfassung der Streufunde aus dem Ipel- und Zagyva-Tal kam T. Kovács zum Einsicht, dass das Fundmaterial, obwohl es starken Hatvan-Charakter zeigt, zur Füzesabony-Kultur gehört. Den wichtigsten Beleg hierfür sieht er in den Füzesabony-Bestattungen aus Kisterenye­Hársas. 10 4 K. P. Fischl dagegen meint, dass die Füzesabony-Kultur auf den Gebieten von Tiszazug, Jászság und der „Nógráder Hügellandschaft" nicht verbreitet war, und dass die Funde mit Füzesabony-Charakter zur Spätphase der Hatvan-Kultur gehören. Auch die Untersuchung der Bujáker Fundensembles von J. Tárnoki zeigt, dass es um eine Hatvan-Gemeinschaft geht, die den Füzesabony-Stil nachzuahmen versucht. Die Zusammensetzung der von T. Kovács veröffentlichten Funde und der Funde aus Zagyvapálfalva zeigen Ähnlichkeiten. Es ist somit nicht verwunderlich, dass die meisten Parallelen der Funde aus Pálfalva in dieser Region zu finden sind. K. P. Fischl wagt anhand der Bearbeitung der Funde aus Szelevény die Vermutung, dass in der Spätphase der Hatvan­Kultur regionale/lokale Varianten ausgegliedert werden müssen. Eine Gruppe davon war auf dem Gebiet der Jászság­Tiszazug, die andere in den Ipel-Zagyva-Tälern verbreitet. Wir stehen der Wahrheit nicht allzu fem, wenn wir die Mehrheit der Gefäße aus Zagyvapálfalva in die vorkosziderzeitliche Spätphase der Hatvan-Kultur einordnen. Nur einige Funde könnten eventuell in der Koszider-Phase hergestellt worden sein. Die Analyse der Funde aus Zagyvapálfalva, sowie die von T. Kovács und J. Tárnoki früher erörterten Funde lassen uns zum Einsicht, dass zum Ende der Mittelbronzezeit im westlichen Teil Nordungarns mit der Spätphase der Hatvan­Kultur gerechnet werden muss. Die Funde aus Buják und Pásztó (teilweise auch Zagyvapálfalva) zeigen, dass sie in der Nógráder Hügellandschaft auch den Koszider-Horizont erlebt. 104 P. FISCHL Klára 1997. 20. 134

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