H. Bathó Edit – Horváth László – Kaposvári Gyöngyi – Tárnoki Judit – Vadász István szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 15. (2006)

LÁSZLÓ SZABÓ: DIE ANWENDUNG DES SCHILFROHRES IN DER ARCHITEKTUR DER DÖRFER IN DER MITTEL-THEIß-GEGEND

LÁSZLÓ SZABÓ DIE ANWENDUNG DES SCHILFROHRES IN DER ARCHITEKTUR DER DÖRFER IN DER MITTEL-THEIß-GEGEND Der Verfasser prüft die Siedlungen auf beiden Ufern der Theiß und die Bauten der an ihnen grenzenden, nicht direkt am Wasser liegenden Dörfer, ins Besondere das, welche Rolle das Schilf als charakteristische Pflanze der Landschaft in der Praxis der Volksbaukunst erfüllt. Jahrzehnte lang wurden von ihm Fotos, Aufzeichnungen und Abbildungen gefertigt, stehende und abbruchreife Häuser dokumentiert und beobachtet, jetzt veröffentlicht er seine ausführlichen Bemerkungen. In erster Reihe ist sein Ziel, technische Beschreibungen zu geben und die Strukturen darzustellen. Das publizierte Material bezieht sich auf die Gegend des Theißeckes (Tiszazug). Diese Kleinlandschaft — sie wird sowohl geografisch, als auch ethnografisch, sogar historisch als Kleinlandschaft betrachtet — umfasst eng genommen 12 kleine Dörfer an der Mündung der Theiß und der Flüsse Dreier — Körős am linken Ufer der Theiß (von Martfű bis zum Theißeck). Die zwischen die Flüsse geschlossenen, ehemaligen Leibeigensiedlungen mit kleiner Feldmark lebten im Vergleich zu der Umgebung (Markflecken, privilägisierte Gemeinden: Klein- und Großkumanien) auf niedigerem Lebensniveau und konservierten die alten, früheren Techniken viel mehr. Der hier ausgestaltete, von Anfang des 19. Jahrhunderts an beginnende Weinanbau machte die Weingärten zum ständigen Wohnort der Ärmsten. Die hier errichteten Bauten wurden mit gegenseitiger Hilfe und gemeinsamer Arbeit, aus eigener Kraft zustande gebracht, und diese Art der Bauarbeit wendete die an Ort und Stelle besorgbare Materialien (Schlamm, Stamm der jungen Bäume, ihre Zweige, Schilfrohr, Schilfgras, Spreu und Stroh) an, und die Bautechnik und Technologie bewahrten die alten Bauarten für uns. Der Verfasser macht das Schilf als charateristische Pflanze der Landschaft und der Wasserwelt bekannt, die Bauart der daraus angefertigten Mauern, Dächer und Baustrukturen auch an Illustrationen reich dokumentierend. Besonders beachtenswert ist von linguistischer Hinsicht aus die an Ort gebrauchte Terminologie. 252

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