H. Bathó Edit – Kertész Róbert – Tolnay Gábor – Vadász István szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 11. (1999)

Gedanken aus der Geschichte des heimatlichen Judentums in der modernen Zeit

GÁBOR GYÁNI GEDANKEN AUS DER GESCHICHTE DES HEIMATLICHEN JUDENTUMS IN DER MODERNEN ZEIT Die Geschichte des Judentums von Ungarn zeigt von der Zeit der Emanzípation bis zum Holocaust, dass sich die Judenschaft vom heimatlichen Vorgang der Modernisation einen grossen TeiI übemommen hat. Ihre besonders schnelle Verbürgerlichung spielte darin eine bestimmende Rolle. Unter Verbürgerlichung ist es nicht einfach zu verstehen, dass viele von den Juden Managers-, Unternehmersberufe und die der modernen Intelligenz gewáhlt habén. Das Übertonen von diesen begründet ja die doppelte Gesellschaftsstruktur-Konzeption, die sachlich nicht völlig zu berechtigen ist. Verbürgerlichung war die sprachliche Assimilation, sowie die Bereitschaft zur politischen Lojalítát des Nationstaates, diese beiden bildeten hauptsáchlich vor 1918 auch die natürliche Bestrebung der jüdischen Massen . Über die restlose Assimilation kann jedoch im Falle des Judentums nicht gesprochen werden. Die Seltenheit des völligen Aufgebens der Religionsidentitát mit Taufenlassen dient neben dem záhen Fortbestand der Ortodoxé mit Beweisen dazu. Die erstrangig unter den Umstánden der stádtischen Neologie erfolgreiche Assimilation wurde von der Praxis der Kunstmezánatur gestárkt (Synagoge-Bauarbeiten), derén wirtschaftiiche Voraussetzung es aber war, dass der stattliche TeiI der örtlichen Vermögenselite aus jüdischen Kaufleuten und Unternehmern bestand. Die restlose Assimilation des Judentums in die (christliche) Mehrheitsgeselischaft stiess jedoch im Laufe unseres Jahrhunderts auf Hindernisse. Dessen áusserliche und ebenfalls aus dem Judentum selbst entstammende innerliche Gründe sind heute noch nicht richtig bekannt. Es ist da auch fraglich, ob es zurückgreifend über eine besondere jüdische Vergangenheit zu sprechen berechtigt ist, wenn die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der Unternehmer und der kreativen Intelligenz jüdischer Herkunft beschrieben wird. Diese mechanische Abtrennung der sich in die nationale Gemeinschaft eifrig integrierenden einstigen Judeschaft von der Mehrheitsgeselischaft kann in der Tat eine Quelle der neuen Mithologien bilden. 324

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