Szabó László – Tálas László – Madaras László szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 10. (1997)

Vadász István: A tiszafüredi nyomdák története

ausgestattet war, beschäftigte im allgemeinen nur ein-zwei Lehrlinge. Am Anfang 1894 zog Sámuel Low nach Erlau, aber zu gleicher Zeit begann eine neue Presse in Tiszafüred zu arbeiten: die Presse von Adolf Kohn. Der Unternehmer, der sich auch mit Handeln beschäftigte, hatte die Presse erst drei-vier Jahre lang im Besitz, denn die Presse von Goldstein wurde am Ende der 1890er Jahre in Tiszafüred immer bekannter. Diese entstand wahrscheinlich durch die Übernahme der früheren Kohn-Presse, die beiden Familien waren ja verwandt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spiel­te die Goldstein-Presse im Leben von Tiszafüred eine wichtige Rolle. Am Anfang ließ Laura, später Adolf Goldstein die Presse funktionieren, inzwi­schen begründte ein anderes Mitglied der Familie, Aladár Goldstein, in Poroszló einen anderen Betrieb. In der Presse von Adolf Goldstein wurden vielerlei Pressen prod ukte gedruckt: Zeitschriften, Zeitungen, Hefte, Visitenkarten, Einladungen, Geschäftsordnungs- und Verwaltungsformulare, Plakaten und andere kleine Druckwerke. In dieser Presse arbeiteten auch eine Buch- und Papier­warenhandlung und eine Buchbinderei, sogar gab es eine Zeitepoche, als sich eine Grabstein­lagerung und eine Photoatalier dazu verknüpften. Die Presse von Adolf Goldstein war ein kleiner, aber verhältnismäßig gut ausgestatteter Betrieb. Sie beschäftigte im allgemeinen einen Setzer und einen Setzerlehrling. In der Mitte der 1930er Jahre wurde die andere Presse von Tiszafüred gegrün­det: die Merkur-Presse von Emil Grósz. Das Schicksal der beiden typographischen Betriebe wurde durch den Holocaust, der das Judentum auf dem Lande vernichtete, dann durch die Verstaatlichung am Ende der 1940er Jahre entschlossen. Ihre erhaltengebliebenen Druck­werke sind nicht nur wichtige kulturhistorische Werte, sondern auch bedeuten sie eine wichtige Quellengruppe der ortsgeschichtlichen Forschun­gen. 83

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