Madaras László – Tálas László – Szabó László szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 9. (1996)

Szabó Géza: Víz alatti régészeti adatok a Pannonia—Barbaricum határvonal IV. századi védelmének kérdéséhez

Anforderungen gegenüber den festländischen Frei­legungen, als auch sonstigen ethischen Erwar­tungen entspricht. 9 Die Ergebnisse der Unterwasserfrei leg ung zu Bölcske bezeugen, dass man mit Festungen des Grundrisses von "Nógrádverőce" Typ — gegen­über der früheren Auffassung — nicht nur am linken, sondern auch am rechten Ufer rechnen muss, mit den Begleitfunden zusammen. I. Paulovics machte schon in den dreissiger Jahren die Aufmersamkeit darauf, dass es eine Festung ähnlicher Struktur und gleichen Alters gegenüber der Festung zu Nógrádverőce auch am jenseitigen Ufer gibt. Nach seiner Meinung hat die Verbindung zwischen den beiden einander gegenüberste­henden Festungen eine Schiffbrücke gesichert. 10 Diese Meinung von István Paulovics und die neuesten Unterwasserausgrabungen in Betracht nehmend schauen wir jetzt uns Festungen an der Grenze näher an, die zwar nicht direkt an die Linie des Limes zu binden sind, aber doch in der unmittelbaren Nähe des Donauufers lagen. Für uns ist besonders ihre geographische Lage und die strategische Bedeutung interessant. Die Fundorte und die Bezugsliteratur hat zur letzten Zeit Zsolt Visy zusammengefasst und zwar sehr detailliert, ihm ist zu verdanken, dass er auch eine einheitliche Struktur für die deutliche Bezeichnung dieser Festungen ausgearbeitet hat. 11 Eben deshalb werden wir — wo es nur möglich ist — die auf die spätrömische Zeit beziehenden Daten und Bestimmungen anhand seiner Klassifizierung und seines Nummerierungssystems aufzählen, von der Landesgrenze ausgehend. 12 " 50 Anhand der aufgezählten Fundorte ist es an­zuschauen für uns alle, dass in der spätrömischen Zeit der natürlichen Grenzen dienende Donauufer an den strategisch wichtigen Orten — d.h. beson­ders bei den Übergangsstellen den Anfangsteilen der Inseln, und an den Enden (Vének; Kisoroszi; Bölcske am rechten Ufer; Bölcske am linken Ufer; Paks-lmsós usw.), sowie an den wichtigsten Mündungsgebieten (Mündung bei Ipoly; Bach Dera usw.), — mit Festungen versehen worden war. Bei den grösseren militärischen Lagern wurden um die sichere Überquerung zu sichern, ebenfalls Festungen gebaut (Brigetio-Leányvár; Aquincum— Trans Aquincum; usw.), sowie an den Stellen, wo sich auf den Festländen erbauten Festungen gegenüber eine breitere Insel verfand, wurde zur Sicherung der Überquerung des Flusses eine gut organisierte Kette der Festungen gebaut. Dies kann man beobachten ganz bis zur östlichen Donaulinie und zwar auch auf dem linken Ufer (z. B.: Máriakáinok-Kavicsbánya; Kunsziget; Ulcisia Castra-Cirpi 8—9. — Contra Constantiam). 51 Diese Beobachtungen veranschaulichen Rah­men einer durchgedachten, systematisch verwirk­lichten, die natürlichen Grenzen als Vorsprung maximal ausnützenden, strategischen Planung. Ausgangspunkt dieses Planes war ganz bestimmt nicht dem Zweck dienen, dass das Militär entlang dieser Linie sich schnell vorwärts bewegen, und wiederum gut einquartieren können, da die erwähnten Festungen und Wachtürme in grosser Zahl weit von dieser Strasse entfernt direkt am Ufer erbaut worden waren, sondern zweck dieser Planung hinderte die Donau selbst die Bewegung der militärischen Einheiten stark. Diese Planung veranschaulicht auch die Entwicklung, die der Grenzen entlang in den spätrömischen Zeiten aufgrund der Änderungen in den Kräfteverhält­nissen und damit verbunden Kampfmethoden auch die Strategie abänderte. Die immer häufigeren Truppenbewegungen benötigten den sinnvollen und nützlichen Ausbau der Wach- und Signaltürme zur Beschützung der Uferlinie und die Festungen von "Veroce"-Typ zur Sicherung der Flussüberfahrt und des Rückzuges sowie an den breiteren Inseln die Kette der Wachtürme. 52 Nach der ersten archäologischen Ausgrabung im Unterwasser in Ungarn gliedern sich die bei Bölcske aufgefundenen zwei Landungsfestungen ins ausgebaute Festungssystem aus 4. Jh gut ein. Hier konnte man mit der Geschichte der ungarischen Forschung zuerst das Phänomen des Festung gegen Festung Systems beobachten und vermessen, 53 und anhand dieser Entdeckung sind höchstwahrscheinlich -— am meisten der schon bekanntgewordenen Fundorte gegenüber — im Flussbett Donau weitere vorhandene neue Fun­dorte zu behaupten. Um diese zu entdecken und zu ermessen kann die archäologische Unterwasserausgrabung in grossem Masse zum besseren Kennen vom spätrömischen Festungssystem entlang des Limes Pannonein-Barbaricum beitragen. 102

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