Madaras László – Szabó László – Tálas László szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 8. (1993)

Szabó Géza: Új adat a kárpát-medencei és az északi bronzkor kapcsolatához

Am Fuss der Spitze ist ein kaum wahrnehmbarer Riss. In der mit Spiralen verzierten äusseren Partie haken 27 Stück, in der mittleren 19, in der innersten 10 Spiralen ineinander. An Hand der an der Gürtelscheibe befindlichen Spuren und technischen Experimente ist eine Rekonstruierung der Anfertigung der Verzierung gut möglich. Die fliessend ineinaderhakenden Spiralen (Abb. 4-5.) wurden mit Hilfe eines aus Draht gebogenen Stempels und eines spitzen, nadelartigen Instruments angefertigt. Als Ergebnis der Vorgänge hat man die Wirkung erzielt, als würden die Spiralen aus zwei parallelen, ununterbrochen verlaufenden Linien bestehen. Die Partie des Zickzackmuster - das kann auf Grund der Spuren der innersten dieser Vezierung an der zur Spitze näher liegenden Seite behauptet werden - wurde ebenfals mit Hilfe des Stempels angefertig (Abb. 8., 14.). Die möglichen - falls vorgekommenen Fehler wurden in jedem Fall gewandt beseitigt. Die reiche, sorgsame Verzierung der Scheibe weist darauf hin, dass sie mit ungemein grosser Sachkenntnis angefertigt wurde. Aber die Scheibe bekam trotz aller Sorgfalt nach dem Giessen einen Riss, von der innersten Spiralreihe ganz bis an den Rand (Abb. 1., 6.). Die Kannte der Scheibe sollte gründlicher betrachtet werden: sie besteht nicht aus einem, sonders aus drei Schichten. Die dreimal gegossene, 2 mm dicke Platte der Scheibe besteht aus 0,8, 0,6 und nochmal 0,6 mm dicken Schichten (Abb. 7). Die Kanten der einzelnen Schichten sind nicht immer vollkommen in Deckung, eben das hat die Aufmerksamkeit auf diese aussergewöhnliche Erscheinung gelenkt (Abb. 8-9.). An dem Gegenstand können auch spätere Beschädigungen festgestellt werden. An den Kanten sind an mehreren Stellen Spuren von Feilen zu sehen (Abb. 11.). An der einen Hälfte von der durch die Bruchlinie geteilten Scheibe ist in der Platte ein Loch von 1,5 mm Durchmesser. An der anderen Hälfte hat men mit dem Bohren auch angefangen, aber schliesslich wurde der Gegenstand hier doch nicht durchlocht (Abb. 2.). An der konkaven Hinterseite der Gürtelscheibe (Abb. 2.) ist eine aus 6 verschieden breiten Einheiten bestehende kaum spührbare Fazettierung zu beobachten. Die einzelnen Breiten sind von Aussen nach Innen: 14-16 mm, 9 mm, 16 mm, 9 mm, 14 mm, 8 mm. Die Fazettierung entspricht im grossen und ganzen den verzierten Partien an der Vorderseite. In der Mitte der Hinterseite ist eine kleine ungeformte Erhebung, umgeben von einem unregelmässigen andersfarbigen Fleck mit einem Durchmesser von 40-45 mm. (Abb. 10). Genau gegenüber dem schadhaften Teil der Kante ist ein aus der Platte leicht hervorgehobener Fleck mit einem Durchmesser von 5 mm zu beobachten (Abb. 10.). Neben dem schadhaften Teil ist ein Fingerabdruck zu sehen, der darauf hinweist, dass das Hilfsmaterial zum Formen Wachs gewesen sein könnte (Abb. 9.). Die Bruchlinie der Vorderseite ist auch ­obwohl viel weniger - an der Hinterseite zu sehen (Abb. 2.). Die Oberfläche der Scheibe zeigt die Farbe der reifen Bronze. Unter der Lupe sind an der Oberfläche - besonders am Rand - die Spuren starker Oxydation zu erkennen (Abb. 4., 11.). Im nachstehenden Teil meiner Arbeit möchte ich die Ähnlichkeiten und Abweichungen zwuischen der Verzierung und Anfertigung der nordischen Gürtelscheibe und der Dunaföldvár untersuchen. Auch die unklaren Umstände des Auftauchens des untersuchten Gegenstandes begründen die ausführliche Diskussion über die Einzelheiten. Die ununterbrochen ineinanderhakende Spiralverzierung wurde in den Gebieten der nordischen Bronzezeit in der II. Periode in breiten Kreisen angewendet - neben den Gürtelscheiben hauptsächlich an Halskragen und Fibeln (zum Beispiel an der Bornholm - Typ-Fibel aus dem Grab von Pedersker). An den Gürtelscheiben kommen zwischen den Verzierungen am häufigsten die ununtebrochen ineinanderhakenden echten Spiralen vor. Die Spiralmotive können eventuell aus einer oder aus zwei Linien bestehen. Der Dunaföldvárer ähnelnd bilden zwei eingetiefte parallele Linien das Motiv zum Beispiel an den Gürteln der Fundorte Borum Eshoj, Olby, Stockhult. 94 Die in Spiralform verlaufenden Linien kreuzen sich nirgendwo. Im Mittelpunkt laufen sie inander, ohne sich zu berühren. So entsteht zwischen den eingetieften Linien eine kleine, in der Mitte der Spirale einen Haken bildende, unabgebrochene Rippe (Abb. 4-5.). Diese Erscheinung ist auch an jenen Gürtelscheiben zu beobachten, an denen die Spiralpaare einzeln mit einem Linienpaar auch noch zusammengebunden sind (Sonderhaa, Gjedsted). 95 116

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