Tálas László szerk.: Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv 7. (1990)

Fettich Nándor: A bánhalmi avar leletekről

wurden Öffnungen gelassen. Während Erwärmung die­ser Masse ist das Wachs geschmolzen und verflossen. Seine Stelle ist als leerer räum geblieben. Die untere Öffnung wurde verstopft, in die obere Öffnung wurde dann geschmolzenes Blei gegossen. Die Lehmform wurde zerbrochen, das bleierne Stück dadurch freige­legt, Gusszapfen abgeschnizten und Teile des Musters retuschiert. Dann hat man das Bleimodell in feuchten Sand halb eingepresst, den Sand gut gestopft, dann die andere Hälfte in Sand gepresst, den Sand wieder stark gestopft (Zweikastensystem). In diese negative Form wurde dann geschmolzene Bronze gegossen. Mit die­ser Methode konnten Serien für eine Gürtelgarnitur ge­gossen werden (6 oder 7 Gürtelbeschläge, 3-4 kleine Riemenzungen, 3-4 Lochschützer, ua.). Die grosse Riemenzunge wurde nicht in Serie gegossen, obwohl es praktisch leicht möglich gewesen wäre. 2. Beim Giessen von zweiteiligen Riemenzungen (die also aus zwei gleichen gegossenen Platten beste­hen), wurde, Tuch, bezw. Leder als Hilfsmittel in An­spruch genommen. Der Abdruck desselben bleibt an der Rückseite. Das technische Verfahren war folgend: Zuerst wurde ein Kern aus Lehm, Gips, oder aus einem anderen billigen Material in Form des Gegenstandes, aber etwas kleiner proportioniert, verfertigt. Darauf wurde ein Stück Tuch, bezw. Leder (Hirschleder) ge­legt. Dann beschmierte man die Oberfläche mit ge­schmolzenem Wachs, uzw. so dick, wie man das Bron­zestück haben wollte. Nach Auskühlung des Wachses wurde das Modell in dieser Wachsschicht einge­schnitzt. Wo man einen Durchbruch erzielen wollte, ging man dort mit dem Messer bis zum Tuch. Als die Form des Gegenstandes in Wachs fertig war, wurde erst unten der Kern entfernt. Dann wurde das Tuch ab­gezogen. Die positive Gussform in Wachs wurde nun mit nassem Lehm umgeben und das weitere Verfahren ging wie unter Nr. 1 weiter vor sich. Der Abdruck des Tu­ches wurde natürlich bereits an der hinteren Seite des positiven Hilfsmodelles aus Blei vorhanden. In der Literatur wurde mehrfach bemerkt, dass zwei identische grosse Riemenzungen, auch im Fall des ähnlichen, ja sogar des identischen Musters, nicht ge­fertigt wurden, obwohl Serien innerhalb einer Garnitur mit Hilfe des Bleimodelles im Zweikastensystem ohne Schwierigkeit gegossen worden sind. Verfasser schliesst, aus diesen Umständen auf ein strenges Verbot der Vervielfältigung ausserhalb einer Gürtelgarnitur. Dieses Verbot soll mit der magischen Rolle des Gürtels in Verbidung stehen. Die Garnituren der awarischen Grabfunde seien Nachahmungen der goldenen Gürtelgarnituren, Repräsentanten der kaga­nischen Macht. Die magische Kraft sei dem Gürtel da­durch gesichert, dass die vollständige Arbeit einer je­den Garnitur mit hinein gegeben werden musste. Nach Theophylaktos Simokatta (VI. 2, 10) seien die Be­schläge des awarenzeitlichen Gürtels Sinnbilder (epi­semata). Verfasser nimmt an, dass ihre Herstellungs­orte grosse Werkstätte Waren. Die originalpersischen Silberschalen, die Goldbeschläge der Steppengebiete seien hier für die Arbeiter der Werkstätte zugänglich und ihre Kunstmotive ablesbar gewesen. 3. Chronologische Fragen. Es wird eine kritische Übersicht der Literatur über die chronologische Stel­lung der Greifen-und Rankengruppe gegeben (Ham­pel, Csallány, László) und der neuesten Spätdatierung gegenüber Stellung genommen. Es wird neuestens angenommen, dass die Bronzegusskunst der Greifen­und Rankengruppe, samt avarischer Bevölkerung, nach der Katastrophe 796 ununterbrochen auch im ganzen IX. Jh., ja sogar bis Mitte des X. jh.-s weiter ge­lebt und geblüht hätte. Verfasser untersucht und verneint mit ausführlicher Begründung diese Art Datierung, und bestimmt die Zeitspanne der Verfertigung dieser Bronzegüsse auf kaum drei Gegerationen, innerhalb des VIII. Jh.-s. Die Bronzen aus Bánhalom sind frühe Arbeiten der Bron­zegusskunst vom Anfang des VIII. Jh.-s; die Gräber in Bánhalom wurden um mehrere Jahrzehnte später an­gelegt. 137

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