Kaposvári Gyula szerk.: Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv (1978)

László Szabó: WORTGESCHICHTLICHER HINTERGRUND EINES GEGENSTANDES

Letztere Variante kam schon selten vor, da sie nach der Jahrhundertwende zur Zeit der Maschinendresche überflüssig wurde. Eine Gabel mit langem Stiel und angebauten Zinken wurde nicht mehr hergestellt, weil die Eisengabel zum Garbenwerfen gebraucht wurde. Wegen der Struktur, der Verzapfung hätte die Holzgabel diese Aufgabe längere Zeit nicht erfüllen können. Unsere Informatoren sowohl jenseits der Theiss als auch rechts der Theiss — unabhängig von den Bezei­chnungen — erwähnten alle diese Eigenschaften der Holzgabeln, konfrontierten sie auf diese Weise. Das ist also das Wesen, der Inhalt der beiden Gabeltypen. Wie werden aber Eigenschaften durch die Bezeichnungen ausgedrückt — ob sie überhaupt ausgedrückt werden? 4. Wir haben also zwei Gabeltypen, die durch je zwei Bezeichnungspaare genannt werden: der eine Typ heisst tótvilla-favilla (Slowakengabel-Holzgabel), der andere magyarvüla-németvilla (Ungarngabel-deutsche Gabel). Die Grenzlinie zwischen den beiden bildet die. Theiss im Komitat Szolnok. Die Eigenschaften, die; die Informatoren erwähnen, sind irgendwie einander gege­nübergestellt. Diesen Gegensatz müssten auch die Na­men ausdrücken. Das Bezeichnungpaar tótvilla-favilla (Slowakengabel-Holzgabel) kann aber nicht als gegen­übergestellt betrachtet werden, umfasst also nicht den obigen Inhalt, weil die Nemensanschauung verschieden ist. Der Name Slowakengabel bezeichnet eindeutig den Ort der Anschaffung, weist auf die Verkäufer, Verbrei­ter hin, was selbst von den Informatoren so gedeutet wird. Die Erklärung des Wortes steht auch vor uns klar. Der Name Holzgabel bildet dazu keinen Gegensatz, da es nichts über die Quelle der Anschaffung aussagt, sondern den Stoff bezeichnet. So bildet er also den Gegensatz zum Namen Eisengabel. Dieses Namenspaar hat also keinen Zusammenhang mit den gegensätzlichen Bedeutungen. Was drückt das andere Bezeichnungspaar aus? Der Name magyarvilla (Ungarngabel) verrät nichts von der Quelle der Anschaffung, weil — wie gesehen — sie ebenfalls von Slowaken der Oberländern verbreitet wurde. So wäre auch diesmal der Name Slowakengabel logisch. Die deutsche Gabel kann nur in beschränktem Masse mit der Quelle der Anschaffung in Verbindung gebracht werden. Sie könnte auch Slowakengabel heis­sen, weil auch sie von Oberländern verkauft wurde, statt dessen heisst sie deutsche Gabel, obwohl sie nie von Deutschen verkauft wurde. Die Tatsache, dass sie von Wagnern verfertigt wurde, deren Fachwortschatz den anderen Handwerkszweigen ähnlich deutsch war, könnte einigermassen die Sache erklären. Dazu kommt noch, dass diese Gabel in den Geschäften verkauft und so als Industrieprodukt betrachtet wurde. Den grössten Teil der Industrieprodukte kauften wir nämlich von den Österreichern, später von den Deutschen. Innerhalb der Monarchie bildete ja Ungarn ihr Absatzgebiet. Das scheint schon den Namen deutsche Gabel zu motivieren und unterstützen. Dagegen spricht es aber, dass József Szinnyei schon 1840 diesen Namen im Komitat Heves erwähnt, bevor das Gerät in den Geschäften verkauft worden wäre. Der Name existiert schon vor der allgemeinen Verbrei­tung als Bezeichnung dieses Typs. 2 Als Erklärung des Namens kann also wahrscheinlich nur die Anschauung angenommen werden, dass es sich hier um ein Gerät handelt, das von Handwerkmeistern gemacht wurde, also um eine „deutsche Erfindung". Diese Erklärung ist noch immer karg, da das gemeinsame Vorhanden der Adjektive „ungarisch — deutsch" noch immer nicht zu verstehen ist. Es kommt nicht ans Licht, ob der gegen­sätzliche Inhalt, der in den Eigenschaften der Gabeln ausgedrückt wurde, mit den Namen is Verbindung steht. Um diese Frage beantworten zu können, suchen wir nach Analogien zu diesen Bezeichnungen in der bisheri­gen Literatur. 5. Die Eigenschaften der Typen „Ungarngabel — deutsche Gabel" untersuchend konnten wir vier Grup­pen unterscheiden. Jetzt möchten wir diese Eigenschaf­ten nacheinander aus dem Gesichtspunkt untersuchen, ob sie in der Namensanchauung eine Rolle spielen, ob size zum Grund der Namensgebung dienten. Als erstes wurde erwähnt, dass die Informatoren den Unterschied zwischen den beiden Adjektiven (un­garisch — deutsch) mit dem Gegesatz zwischen dem Üblichen, Traditionellen, Alten und Neueren, Unge­wöhnlichen, Späteren erklärten. Wenn wir das Stich­wort „magyar" (ungarisch) im erläuternden Wörter­buch betrachten, finden wir bei der dritten Bedeutung der Adjektivform die nächste Bestimmung: „Für die Ungarn Charakteristisches, ihnen Gehörendes, mit ihnen in Verbindung Stehendes, von ihnen Gebrauchtes, bei ihnen Übliches." Beispiele: -Traum, -Alexandrin, -Küche, -Tanz, -Religion (reformiert) usw. In diesem Sinne können wir an den Grund der Namensgebung denken, indem die Holzgabel von den Slowaken ver­kauft wurde, wurde sie jedoch von den örtlichen Ungarn gebraucht, war sie bei ihnen „gewöhnlich", gehörte sie Ihnen, war charakteristisch für sie. Jeder Informator erwähnte ja, dass sein Grossvater noch mit solcher Ga­bel arbeitete. 175

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