Kaposvári Gyula szerk.: Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv (1978)

László Szabó: WORTGESCHICHTLICHER HINTERGRUND EINES GEGENSTANDES

WORTGESCHICHTLICHER HINTERGRUND EINES GEGENSTANDES 1. In diesem Artikel möchten wir Beiträge zur Bedeu­tung des Wortes „német" (deutsch) liefern und zugleich Tnetresse für einen vernachlässigten aber umsomehr wesentlichen Gesichtspunkt der Forschung der Tiefebene und der Gegend jenseits der Theiss erwecken. Das hier erörterte kleine Problem und die davon gezogene Lehre scheinen nicht im entsprechenden Verhältnis zu stehen, was auch die Struktur dieser Arbeit unangemessen scheinen lässt. Das müssen wir selbst zugeben, aber eben diese UnVerhältnismässigkeit charakterisiert die Lage der Forschung. Eine sehr bedeutende Frage, die áie Kultur der ganzen Gegend jenseits der Theiss beeinflusst, die wir hier zu beabsichtigen, ist zu dieser Zeit nur durch wenige, ganz kleine, ventuell eröffnete Angaben vertreten. Wir streben mit der Vorstellung dieser kleinen Angabe und der Darstellung des dahinter steckenden Faktors, der die ganze Kultur umfasst, eine grossange­legte geschichtliche, entographische, literarische For­schung einzuleiten. Hoffenntlich wird es uns dem Begrei­fen des Lebens unseres Volkes, der Deutung der Wirk­lichkeit der Vergangenheit und der Gegenwart näher führen. Wir halten die gründliche Untersuchung dieser Frage auch deshalb für wichtig, weil der Problemenkreis eben auf diesem Gabiét der Tiefebene, im Komitat Szolnok am besten zu erörtern ist, wo die bisherigen Vorarbeiten dazu die Möglichkeit geschaffen haben. 2. Die Fragengruppe 13. des SZMNA (Ethnographi­scher Atlas des Komitates Szolnok) untersucht die Typen der Holzgabeln, die Bezeichnungen der einzelnen Typen, die Art und Weisen und Umstände ihres Gebrauchs. Im Gebiet des Komitates Szolnok waren zwei Ty­pen der Holzgabeln bekannt: die ältere und zu dieser Zeit (nämlich um die Jahrhundertwende) immer weniger gebrauchte Holzgabel mit gespaltenen Zinken und die Holzgabel mit angebauten Zinken, die immer mehr mit der Eisengabel zusammen den vorigen Typ verdrängt. Die Holzgabel mit gespaltenen Zinken wird auf dem rechten Ufer der Theiss allgemein tótvilla (Slowaken­gabel) bezeichnet. Dieser Name kommt auf dem Gebiet jenseits der Theiss, im Theisswinkel und in der Umge­bung von Tiszafüred sporadisch vor, da dieser Typ hier magyarvilla (Ungarngabel) heisst. Die Holzgabel mit an­gebauten Zinken heisst auf dem rechten Ufer der Theiss einfach favilla (Holzgabel), jenseits der Theiss dagegen németvilla (deutsche Gabel). Die Bezeichnungen bilden also einmal ein Paar: tót­villa-javilla (Slowakengabel-Holzgabel) ferner ein Paar magyarvilla-németvilla (Ungarngabel-deutsche Gabel). Das erste Bezeichnungspaar charakterisiert das Gebiet von Jazygien und die Umgebung von Szolnok, wo es aber die Linie der Theiss kaum überschreitet, das zweite Paar dagegen Grosskumanien, den Theisswinkel und die Um­gebung von Szolnok, wobei das rechte Ufer der Theiss —• einige Dörfer ausgenommen — nicht vorkommt. Selbstverständlich gibt es aber keine scharfe Grenze zwischen den beiden Bezeichnungspraaren, die sich an der Linie der Theiss mischen. Es kommen sogar inner­halb eines Dorfes mehrere Namen vor, da die Grenze aller kulturellen und sprachlichen Erscheinungen ähn­lichen Charakter trägt. Die sich in den zwei Bezeichnungspaaren befindli­chen Volksnamen tót, magyar und német (Slowake, Un­gar, Deutsch) suggerieren im ersten Augenblick, dass der Name von den Anfertigern, den Verbreitern zum Gegenstand übergegangen wäre. Es scheint auch dadurch befestigt zu sein, dass es ausser den erwähnten noch zwei weitere lokale Bezeichnungen in unserem Komitat existieren: in Jászárokszállás und Jászszentandrás wird die Holzgabel mit angebauten Zinken vácivilla (Gabel 169

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