Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)

Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet

dem auch ein Gürtel mit Propellerbeschlägen gefunden wurde, kam ein einschneidiges römisches „Jagdmesser" ebenfalls vor. Dieser Messertyp wurde von römischen Soldaten nicht getragen, aber man legte es dem germanischen Kämpfer bei. 512 Die Streitmesser sind 19-30 cm lang, 513 und manchmal kommt mit ihnen auch das im alltäg­lichen Leben benutzte kurze Messer vor. 514 Im Grab 29 von Mezőszemere lag ein breit­er, großer, 515 zweischneidiger Eisendolch mit mittelständiger Griffangel und einer Lederscheide quer auf dem Becken. Es ist fraglich, ob der auf der Scheide verrostet vorgekommene, an zwei Stellen durchlochte Eisengegenstand zu der Tasche gehörte, oder zur Befestigung der Dolchscheide diente. Die Reste eines schwärzlichen organis­chen Materials auf der Spitze des Dolches stammen vielleicht aus der Ledertasche. Auf einer Seite der Klinge blieben auch die grünen Spuren der Patina der in die Tasche gesteckten Münze erhalten. 516 Das Auftauchen der sarmatischen langen Streitmesser in den Waffengräbern wurde bis dahin nicht untersucht. Die hunnenzeitlichen einschneidi­gen leichten, 40-60 cm langen sog. Schmalsaxe reihte man unter die östlichen Waffen ein. 517 Es ist vorstellbar, daß die prähunnen- und Attila-zeitlichen sarmatischen Streitmesser und Dolche ähnlicher Funktion mit den Schmalsaxen in Verbindung gebracht werden können. Lanzentypen Wie die Schwerter, werden auch die Lanzen wegen der Korrosion häufig in beschädig­tem Zustand gefunden, sie sind also oft nur nach der Rekonstruktion der Form für einen ty­pologischen Vergleich geeignet. 518 Es ist ein Glück, daß die Beschädigungen die Formbe­stimmung in Mezőszemere nicht ungewiß machen. In den sarmatischen Gräberfeldern gibt es abwechslungsreiche Typen von Lanzenspitzen, dadurch wird die Typologisierung er­schwert. 5 ' 9 Kennzeichnende formelle Elemente sind die Form, Größe und der Durchschnitt 512 GOTTSCHALK, Raymund 1999, 86. 513 VÖRÖS Gabriella 1989, 53. 514 Ein solches Grab wurde in Csongrád, Werboczy-Straße 6 freigelegt. Da kam es mit einem Pfeil und einer Lanze vor. Im Grab 1 von Sándorfalva-Eperjes wurde es mit einem Langschwert und im Grab 7 desselben Fundortes mit einer Lanze gefunden. 515 Die im Grab gemessene Länge ist 18-19 cm. 516 Die grüne Verfärbung der Münze konnte nach der Moderung der Ledertasche auf die neben ihr hängende Klinge gelangen. 517 WERNER, Joachim 1956, 43-44; SZAMEIT, E. 1984, 150-151; MARTIN, M. 1993, 397; ANKE, В. 1998,98,93-94. 518 ISTVÁNOVITS Eszter - KULCSÁR Valéria 1995, 19 zählen zu den Schwierigkeiten der Typologisierung auch noch die ungenügenden Angaben der Veröffentlichungen, die Grabraube, ferner das stiefmütterliche Schicksal der früher vorgekommenen Gegenstände in den Museen. 519 VÖRÖS Gabriella 1989, 52 und Anm. 38: Die Verfasserin trug 53 Lanzenspitzen zusammen, und sie beschäftigte sich ausführlich auch noch mit der Lage der Lanzen im Grab. Über die Form stellte sie die folgenden fest: „Die Größe und Form der Lanzenspitzen sind sehr ver­schieden, und auch das Verhältnis der Klinge (sie!) der Tülle ist unterschiedlich. Das kann darauf hinweisen, daß die einzelnen Typen im Kampf bzw. im Laufe ihrer Benutzung eine andere Rolle spielten." 94

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