Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)

Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet

aber der Schild an die Grabwand nicht angelehnt, wie es in den meisten, bis dahin beobachteten Fällen dokumentiert werden konnte. Die Schildfessel und die eisernen Zubehörteile lagen in einer Tiefe von 45 cm, sie konnten also weder auf dem Sarg noch in der Nähe des Schildbuckels bzw. seines erhal­ten gebliebenen hölzernen Teiles sein. Die Gesagten machen es klar, daß der Schild beschädigt wurde: Das Schildbrett wurde in Faserrichtung, oder bei der Verbindung der Bretter, mit der Schildfessel parallel gebrochen. Der vom Schildkörper abgebrochene Schildbuckel konnte nur auf diese Weise dem Zustand seines Vorkommens entsprechend beschädigt werden. Die Deformierungen, d. h. auch die in zwei Richtungen sichtbaren Beschädigungen auf dem Rand des Schildbuckels weisen darauf hin, daß der Schild nicht leicht gebrochen werden konnte. Auch die Zeichnung der Schildfessel zeigt deutlich, 579 daß die Niete auf einer der längeren Seiten auf einer kurzen Strecke gerade abbrachen, während auch ein, sich rechtwinklig gebogener Nietteil auf der anderen Seite erhalten blieb. Auch eine andere Erscheinung im Grab kann vielleicht mit dem Schild in Zusam­menhang gebracht werden. Im Grab, innerhalb der Verfärbung des Sarges beobachtete man eine dunkelbraune Verfärbung mit einem Durchmesser von 45 cm unter dem Schädel. 580 Leider die kleine Grabzeichnung erschwert die Arbeit auch in diesem Fall. Auf der Grabzeichnung beträgt nämlich der Durchmesser dieser Verfärbung mindestens 60 cm innerhalb der des Sarges, aufgrund des angegebenen Maßstabes! Aufgrund der Zeichnung ist es ebenfalls sicher, daß es sich unter der Leiche, zugleich unter dem Leichentuch befand, weil die gezeichnete Linie des Tuches über der Verfärbung zu sehen ist. Die Verfasserin beschäftigte sich mit der Deutung dieser Verfärbung nicht. Diesmal vermuten wir nur, daß der abgebrochene hölzerne Teil des Schildes - dessen Verfärbung auch bei der Freilegung gut sichtbar war - im Laufe der Bestattungszeremonie unter den Kopf des Toten in den Sarg gelegt wurde. Darauf wurden der in das Leichentuch eingehüllte Tote, dann der abgebrochene Schildbuckel entweder in den Sarg oder darauf gelegt. Zuletzt warf man die übrigen metallenen und hölzernen (?) Teile des Schildes in die teils schon zugeschüttete Grabgrube. Nach der Schätzung von Eszter Istvánovits war der Schildkörper 7 mm dick, der Durchmesser des Schildbuckels betrug 19,6 cm und die der Schildfessel 18,8 cm. Die Angaben der auf Abb. 15 der erwähnten Publikation dar­gestellten Gegenstände entsprechen den obigen aufgrund des Maßstabes nicht vollkom­men. 581 Im Falle der zum Schild gehörenden Niete beträgt der Abstand des Nietkopfes und des sich biegenden Winkelschenkels 12-14 mm. Die Niete 582 der Schildfessel sind bis zum gebogenen Teil mindestens 1 cm lang. Dementsprechend weisen die gebogenen Niete auf ein 1,2-1,4 cm dickes Brett hin. Die möglichen Rekonstruktionen der Schilde von Mezőszemere und Tiszadob sind auf Abb. 79 zu sehen. In Tiszakarád-Inasa 583 gab es Schildbuckel in zwei ausgeraubten Gräbern. Im Grab 35 kam die Schildfessel auf dem geschnittenen, konischen Schildbuckel in verrostetem Zustand vor. In der Nähe des Grabes fand man auch eine Lanze, die der Meinung der 579 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, Abb. 15. 3. 580 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, 107. 581 Aufgrund des Maßes wurden die Gegenstände im Maßstab 1 : 2 gezeichnet. 582 ISTVÁNOVITS Eszter 1993, Abb. 15. 2. 583 LOVÁSZ Emese 1987, 11. 103

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