Agria 34. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1998)

H. Szilasi Ágota: Olaszországi akvarellképek 1830–1848 között Kovács Mihály és pályatársai életművében

Agota H. Szilasi Aquarelle aus Italien aus dem Lebenswerk von Mihály Kovács und seiner Berufskameraden 1830 - 1848 „Jedes künstlerisches Schaffen steht in einem strengen Zusammenhang mit dem Material, das als Ausdrucksmittel ausgewählt wurde. Denn der Ausdruck des Werkes wird durch die im Material festgesetzten Grenzen bestimmt und die Arbeit des Künstlers wird durch seine Materialkenntnis ehrlich gemacht" behauptet Jenő Elekfy in seiner Schrift, in der er die Technik der Aquarellmalerei analysiert. „Wahre Kunst kann nämlich nur das, was ihr Material zuläßt. Der Kenner verwendet das Material nur dann, wenn es zum Erfolg beiträgt. Das ist die Einschätzung der Material­beschaffenheit" betont auch Károly Lyka in einem seiner Essays. Als ich mich mit dem Thema meiner Abhandlung zu beschäftigen begann, ging ich von einem Bezug auf die Maltechnik aus, die in der kunstgeschichtlichen Forschung selten angewandt wird. Der Grund war auch, daß sich unter dem Einfluß der modernen englischen Aquarelle, die die ganze europäische Kunst und besonders die österreichische beeinflußte, die Kunstrichtung der Aquarellmalerei zu Anfang des XIX. Jhs. auch in unserer Heimat neu belebte. Die Popularität der Aquarelle widerspiegelte getreu sowohl den Zeitgeschmack der Künstler als auch den der Auftraggeber. Unser Kunstleben ermöglichte mit seiner klassischen, Biedermeier- oder auch romantischen Färbung und mit seinen großen Meistern, die in Aquarelltechnik gemalten Werke als bedeutend in Betracht zu ziehen. Die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts kann in Bezug auf unsere Aquarellmalerei als die edelste und beste Zeitepoche angesehen werden. Das Malen mit Wasserfarben ist die älteste Maltechnik mit eigenständigen Regeln und ästhetischen Kriterien. Trotzdem war die Zeit am Ende des XVIII. und der ersten Hälfte des XIX. Jhs. überwiegend als eine Spielart der Wassermalerei zu einer autonomen Kunstgattung wurde, isoliert von der Rolle anderer Malverfahren, nämlich die Aquarelltechnik. Eine Maltechnik kam in die Hände der Künstler, deren wesentliche Ausdrucksform in der Maltechnik liegt. Sie konnten durch die im Wasser gelösten Pigmente samtartige Tönungen auf dem Papier darstellen und im Licht spielende, ätherische Leichtigkeit verwenden. Besonders die Aquarellmalerei mit ihrer Lasurtextur entspricht und entsprach allzeit der persönlichen, ein wenig exklusiven Darstellungsweise, weil sie mit ihrer lyrischen Stille oder suggestiven Kraft geeignet ist, durchgeistigte und gefühlvolle Themen darzustellen. Sowohl die für das Lasieren geeignete, kein weißes Pigment verwendende Aquarelltechnik als auch die deckende Farben verwendende Gouaschetechnik werden im allgemeinem Sprachgebrauch und auch in der Fachliteratur zusammenfassend als Wassermalerei bezeichnet. Die Verwendung und die des Unterschieds bewußte Wahl einer der beiden Technik kann auf zwei voneinander äußerst unterschiedliche Weltanschauungen zurückgeführt werden. „Die mit durchscheinenden Farben erfolgte Wahrnehmung der Wirklichkeit beruht auf der Vorstellung, daß die handgreifliche Welt nur ein Teil der viel tieferen und unbegreiflichen Wahrheit ist, während sich der Anwender der Deckmalerei sich mit den sichtbaren Dingen und der greifbaren Realität begnügt." Dazu wurde ich auch dadurch angeregt, daß sich 14 Aquarelle von Mihály Kovács (1818­1892) aus dieser Zeit in der Gemäldegalerie des „Dobó István" Burgmuseums befindet. Diese Blätter wurden von ihrem Schöpfer während seines mehrere Jahre langen Aufenthaltes in Italien gemalt. Sie wurden so hochgeschätzt, daß sie bis zum Ende seines Lebens in Wien verwahrt wurden. Diese Aquarelle gelangten entsprechend seinem Testament in die Gemäldegalerie des Lyzeums zu Eger, die 1950 in die Obhut des Museums übergeben wurde. Diese Kleidungs- und Landschaftsstudien werden auch in den das Gesamtwerk Mihály 399

Next

/
Oldalképek
Tartalom