Agria 33. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1997)

Selmeczi Kovács Attila: A palóc csűrközösség

SVECOVÁ, Sona 1967. Haus- und Familienform in der Slowakei. Deutsches Jahrbuch für Volkskunde XII. 89-100. Berlin SZABÓ László 1989. A palócok társadalomrajza. In: Palócok II. Újkori történelem és népi társadalom. Szerk. Bakó Ferenc. 237-416. Eger THURNWALD, Richard 1932. Die menschliche Gesellschaft II. Werden, Wandel und Gestaltung von Familie, Verwandschaft und Bünden. Berlin-Leipzig VERESS Éva 1958. A jobbágycsalád szervezete a sárospataki uradalom falvaiban a XVIII. század közepén. Történelmi Szemle I. 379-429. Bp. Attila Selmeczi Kovács Die Scheuergemeinschaft der Paloczen In den früheren Jahrhunderten war die Großfamilie in Mitteleuropa allgemein ver­breitet, die sich in der zweiten Hälfte des XIX. Jhs. unter dem Einfluß des Kapitalismus in der Landwirtschaft aufzulösen begann. Die erste Phase dieses Vorgangs war die Ent­stehung von Hof- und Scheuergemeinschaften. Die Mitglieder der Großfamilie verließen die vererbten Grundstücke nach der Aufteilung der gemeinsamen Vermögens nicht, son­dern bauten ihre Wohnhäuser hinter dem Elternhaus. So folgten 4-6 Wohngebäude auf dem gemeinsamen Grundstück hintereinander (Bild 1). Die Bewohner dieser Langhäuser sind ursprünglich immer Nachkommen der aufgelösten Großfamilie, die auf dem ange­stammten Grundstück lebenden Kleinfamilien waren durch verwandtschaftliche Be­ziehungen verbunden. Die auf dem vererbten Grundstück verbliebenen Kleinfamilien benutzten die am Ende des Hofes stehende einzige Scheuer stets gemeinsam. Bei zwei Erben waren die zwei seitlichen Lagerräume des Gebäudes getrennt besessen, aber der mittlere Teil, die Dreschdiele wurde gemeinsam benutzt (Bild 2). Bei drei Eigentümern wurden die an die Lagerräume gebauten Gebäudeteile und der Dachraum des Flurs vom dritten benutzt. Wenn die Scheuer vier Geschwistern gehörte, wurden die Lagerräume in vier Teile geteilt, so bekam jeder einen proportionalen Teil, aber die Scheuer wurde auch hier gemeinsam genutzt (Bild 3). Die Scheuergemeinschaft stellt eigentlich die neue wirtschaftliche Be­ziehung unter den selbständig gewordenen Mitgliedern der Großfamilie dar. Sie kann noch nicht als volle Selbständigkeit betrachtet werden, weil die gemeinsame Nutzung des Hofes und der landwirtschaftlichen Geräte eine größere Anpassung und eine bestimmte Zusammenarbeit erforderte. Wenn ein Verwandter aus dem gemeinsamen Hof fortzog und ein Fremder an seine Stelle trat, wurden einzelne Teile des Grundstücks abgetrennt, womit auch die gemein­same Nutzung der Scheuer eingestellt wurde. Fremde konnten an der Scheuer­gemeinschaft nicht teilhaben. Die verwandschaftliche wurde durch eine nachbarschaft­liche Beziehung abgelöst. Dies bedeutete die völlige und endgültige Auflösung der Großfamile. 421

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