Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 10. (1972)
Bakó Ferenc: A föld és tégla falazat az északmagyarországi népi építkezésben
Ferenc Bakó DAS LEHM- UND ZIEGELMAUERWERK IN DER VOLKSBAUKUNST NORDUNGARNS Die Lehmbauten repräsentieren eine verbreitete Technik in der ungarischen Volksbaukunst, sie fussen nicht allein auf geographischen und geologischen Gegebenheiten, sondern nach Meinung einzelner Forscher auch in den aus dem Osten mitgebrachten Traditionen. Im Komitat Heves betrug 1910 der Anteil der mit Erdmauerwerk erbauten Häuser 76%, im südlichen Tiefland aber lag dieses Verhältnis zwischen 90 und 100%. Bis 1970 verringerte sich die Anzahl der Häuser mit Erdmauerwerk um 26%, doch auch von den verbliebenen sind viele mit gemischtem Material erbaut, indem die Lehmwände über ein Stein- oder Ziegel fundament errichtet werden. In der überwiegenden Mehrzahl handelt es sich um Lehmbauten, der Verfasser fand nur sehr wenige mit einer anderen, traditionellen Technik erbaute Häuser mit Erdwänden, über die uns weit eher die Überlieferung, die Erinnerung der Menschen und schriftliche Quellen unterrichten. Bei der Erdbauweise unterscheidet der Autor zwei Gruppen: zur einen Gruppe zählt er die in den Erdboden eingegrabenen Bauten, d.h. solche mit einer natürlichen Erdummauerung, zur anderen die mit einer künstlichen Erdmauer aufgeführten Bauten. Bei den in das Erdreich vertieften Bauten lassen sich mehrere Varianten unterscheiden, von der gänzlich unter der Erde befindlichen Wohnfläche, bei der keine Mauer über das Strassenniveau ragt und bei der nur das Dach zu sehen ist, über die bis zur Hälfte in den Boden versenkten Wohnungen, die auf der Erdoberfläche niedrige Mauern aufweisen, bis zu jenen Bauten, bei denen die Versenkung in das Erdreich unterhalb 50 cm liegt und die höhere Mauern haben. Einige Varianten dieser Behausungen wurden von Menschen benützt — in letzterer Zeit von Gutsgesinde —, in anderen waren Stallungen. Diese Bauten verschwanden nach 1920, heute besteht kein einziger mehr. Die heute schon seltenen, herkömmlichen Bautechniken der auf der Erdoberfläche mit Erdmauern errichteten Häuser gliederten sich in Mauern aus Schlamm, aus gestampften Erdzeug und aus Lehm. Die Errichtung von Schlammwänden ist längst aus der Mode gegangen, man entsinnt sich ihrer kaum noch, die Technik blieb jedoch bei Herstellung des Dachbodens und der Öfen erhalten. Die gestampfte Erdmauer kommt häufiger vor, weil die Qualität des Erdreichs in einzelnen Gegenden diese Technik begünstigt. Eine Variante der gestampften Mauer — die zwischen zwei Faschinenzäune gestampfte, gewellerte Mauer — erinnert an die mittelalterliche Methode des Festungsbaues. Im übrigen hat sich diese Technik in Anpassung an die neuen Baustoffe modernisiert: neben die in Beton gebettete Steinmauer wird gemahlene Fabriksschlacke gestampft, oder aber wird die Schlacke in herkömmlicher Weise zwischen zwei Bretter gestampft und die Bretter werden nachher entfernt. Das Fundament des Hauses besteht jedoch auch in diesem Fall aus Stein oder Ziegeln. Die Verwendung von Lehm war in dieser Gegend vor dem 18. Jahrhundert noch nicht bekannt, und auch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird sie nur in Verbindung 281