Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 6. (1969)
Balassa Iván: Adatok az egri szabó céh történetéhez
ZUR GESCHICHTE DER SCHNEIDERZUNFT VON EGER Die erste Privilegienurkunde der Schneiderzunft von Eger stammt aus dem J. 1455. Jetzt wurde ihre Bestätigung aus 1524 und 1550 im Original unter zahlreichen Schriftstücken und Freibreifen aus den XVII — XIX. Jhn vorgefunden, ihre Zunfttruhe stammt aus dem J. 1694; in dieser wurden die erwähnten Schriftstücke aufbewahrt. Verf. teilt die Privilegienurkunde aus 1550 in ungarischer Übersetzung in vollem Text mit. In dieser Urkunde sind die wichtigsten Verordnungen der vorigen Zunftbriefe enthalten. Nach dem Auszug der Türkien aus Eger hat sich die Schneiderzunft rasch organisiert. Dafür spricht die im J. 1694 verfertige Zunfttruhe, deren Inschrift in einigen Worten auf die Geschichte der Zunft hindeutet. Im J. 1736 erhielt die Schneiderzunft von Eger von Karl III. eine neue Privilegienurkunde, die 1175 von Maria Theresia gegen eine neue ausgetauscht wurde. In dieser letzteren sind bereits die, für das ganze, zunftmässig organisierte Gewerbe bestimmten Verordnungen beinhalten. Im J. 1775 wird die bis zu dieser Zeit einheitliche Schneiderzunft in zwei Teile geteilt. Von den Grobtuchmantelschneidern wird eine Zunft für sich gegründet. Die Schneider setzten ihre Arbeit unter der Benennung ,.Zunft der ungarischen und deutschen Schneider" fort. Diese letztere Zunft erhielt 1816 einen neuen Privilegienbrief. Nach 1821 trennen sich die ungarischen und deutschen Schneider voneinander. 1872 hört das veraltete Zunftwesen im ganzen Land auf. 1879 wird auch in Eger die Ungarische Gewerbekorporation der Schneider (ung. Magyar Ruhakészítő Ipartársulat) nach zentral vorgeschriebenen Statuten gegründet. Verf. untersucht zwei Probleme des inneren Lebens der Zunft ausführlicher. Das eine ist die Rolle der Religion im Leben der Zunft. Aus den Zunftbriefen ist zu entnehmen, dass im J. 1736 nur Katholiken Mitglieder der Zunft sein können. Im J. 1775 kommen aber bereits auch Mitglieder mit anderer Konfession vor. Für diese ist aber die Teilnahme an den Gottesdiensten und Prozessionen verpflichtend. Im J. 1816 ist das jedoch nur mehr die Pflicht der Katholiken. Das Verfertigen des Meisterstückes war ein zentrales Problem des Zunftlebens. Darüber sind reichliche Aufzeichnungen in den Urkunden erhalten geblieben. In den Daten aus dem XIX. Jh. sind nicht nur für die Mode in ungarischem Stil der herrschenden Klassen, sondern auch für die Trachten der Bauern gute Auskünfte erbracht. IVÁN BALASSA 261