Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 5. (1967)
Bakó Ferenc: A faépítkezés emlékei Heves megyében
ALTE HOLZBAUTEN TM KOMITAT HEVES Aus den Ergebnissen der mehr als zehnjährigen topographischen Sammlung baulicher Kunstdenkmäler veröffentlicht der Autor ein umfangreicheres Kapitel. Es behandelt außer den im Titel erwähnten Holzbauten die Flechtwand, die archaische Pfettendach-Konstruktion mit Firstsäule, eine ihrer charakteristischen Dachformen und schließlich die Mittelsäule des Hauses. Der Autor ist bestrebt, frühere ethnographische Beschreibungen unter erhöhter Geltendmachung des topographischen und historischen Gesichtspunktes zu ergänzen. Sein Sammelgebiet ist das nordungarische Komitat Heves, doch werden auch benachbarte Landschaften berücksichtigt. Die Gegebenheiten der Bauholzbeschaffung sind heute nur mehr historisch erfaßbar, so daß man sich nur auf archivalische Quellen stützen kann. Durch sie gelangt man zu der Feststellung, daß sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Komitat noch selbst versorgte; in der zweiten Hälfte jenes Jahrhunderts aber baute man mit Holz, das aus Máramaros stammte und auf Flößen auf der Theiß transportiert wurde. Seit 1772 erschienen Gesetze, die sowohl die Errichtung von Holzwänden als auch von Pfettendächern untersagten. Auf Grund dieser Erlasse ist der Autor bestrebt, das Alter der im Verlauf seiner Terrainbegehungen entdeckten und beschriebenen Holzgebäude zu bestimmen. Nur in ausnahmsfällen konnten derartige altertümliche Konstruktionen nach dem Ablauf des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Der Vergleich der beobachteten Gebäude mit den archivalischen Angaben unterstützt die früheren, von Ethnographen gemachten Feststellungen, daß das Pfettendach als Begleiterscheinung der schwächeren Wand auftritt, die Sparrendach-Konstruktion hingegen für Häuser mit festeren Wänden (Stein oder Lehm) gezimmert wurde. Die Firstsäulendächer blieben eher in den südlichen, flachen Gegenden des Komitats erhalten und sind in den von den Palozen bewohnten bergigen Gebieten schon Ende des 19. Jahrhunderts nur selten anzutreffen. Überraschend zahlreiche archaische Konstruktionen fand der Sammler in Poroszló, was durch die Nachbarschaft der Theiß und der ständigen Transporttätigkeit der Flöße erklärt werden kann. Der Giebel der Häuser mit Firstsäulendach wird in gewissen Gegenden des Komitats von 2—2,5 m tiefen Traufen bedeckt, bzw. beschattet. Diese alte Dachform war früher nur im Matyóland bekannt, wurde jedoch vom Autor nunmehr in zwei Flecken und auf einem weitaus größeren Gebiet nachgewiesen. Die Bezeichnung Firstsäule wechselt häufig mit der einer anderen Säule, die in der Mitte des Wohnraums den Hauptbalken zu halten pflegt. Diese, „Heilige Mutter" genannte Säule ist von der ungarischen ethnographischen Forschung als ein ethnischer Zug der Palozen, und in Verbindung mit dieser Benennung nur in Nordungarn bekannt. Der Autor führt mehrere Varianten dieser Säule samt deren zahlreichen Eigenheiten vor, wonach der Säule im Wohnhaus der Palozen eher eine kultische als statische Rolle zukam. Der Autor skizziert auch die hypothetische Entwicklung der Säule von den Firstsäulen der armseligen Hütte ohne Zimmerdecke angefangen bis zu den reichgeschnitzten Säulenköpfen der „Heili240