Barna Gábor szerk.: Csépa Tanulmányok gy alföldi palóc kirajzás népéletéből 2. (Tematikus és lokális monográfiák Eger, Szolnok, 1982 )

Örsi Julianna: Lakodalmi szokások Csépán

Julianna Örsi Hochzeitsbräuche in Csépa Die vorliegende Studie untersucht eines der auch heute noch grössten gemein­schaftlichen Feste, die Hochzeit. Einerseits wird hier den mit der Zeit eingetrete­nen Veränderungen in den Brauchelementen in Verbindung mit dem feierlichen Begehen der EheSchliessung nachgegangen, und andererseits werden Hinweise auf die geographi­sche Verbreitung dieser Elemente gegeben. Bei der Analyse der Gesichtspunkte zur Partnerwahl kann festgestellt werden, dass in diesem Dorf über mehrere Generationen hinweg ein strenger Unterschied zwi­schen zur Exogamie neigenden Familien und streng endogamen Familien getan werden kann. Laut Angaben aus dem 18. Jahrhundert zeigt das Heiratsalter der Csépa er Ähn­lichkeiten zu dem Heiratsalter der Bewohner anderer gleich grosser Siedlungen in der Grossen Ungarischen Tiefebene « Bei der Beschreibung des Ringtausches, des Eheversprechens und der Verlobung werden die Ereignisse so dargestellt, dass die Teilnehmer den Mittelpunkt einnehmen. Genau aufgezeigt wird auch, inwiefern sich die wirtschaftliche Lage der Betroffenen auf die Hochzeit auswirkte. Die Hochzeit an sich wird anhand der Aufgaben der Ehren­personen /Hochzeitsbitter, Trauzeuge, Brautführerin, Brautjungfern, Braut Jünglinge, Kochfrauen, Fleischbereiter, Mundschenk/ dargestellt» Unter anderem lässt diese Untersuchung auch den Prozess spürbar werden, infol­gedessen der Trauzeuge als wichtigste Ehrenperson der Hochzeit immer mehr seiner Auf­gaben an den Hochzeitsbitter übergibt. Da die Hochzeitsbitter aber auch in zahlrei­chen anderen Nachbardörfern ähnliche Aufgaben erfüllten, trugen sie auf diese Weise auch zur Verbreitung und zur Vereinheitlichung der Hochzeitsbräuche bei. Die hier aufgezählten folkloristisehen Angaben beziehen sich in erster Linie auf das Leben der neu entstehenden Kleingemeinschaft /der Familie/. Sehr gut wird hier auch die typisch bäuerliche Ansicht gezeigt, wonach die Familiengründung eng mit der Eheschliessung verbunden ist. Bei der Analyse der Hochzeit gelangt man zu der Feststellung, dass die Csépa er dieses feierliche Ereignis im Leben des Menschen in ähnlicher Weise wie die Einwoh­ner der anderen Dörfer in der Landschaft Tiszazug begehen. Der Hochzeitsbrauch von Csép a hat sich organisch in das Brauchsystem der Grossen Ungarischen Tiefebene und innerhalb dieser in deren südlichen Teil eingefügt.

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