Szabó László szerk.: Jászdózsa és a palócság (Tematikus és lokális monográfiák 1. Eger, Szolnok, 1973 )

Szabó László: A jászdózsai rokonsági rendszer

LÁSZLÓ SZARÓ DAS VERWANDTSCHAFTSSYSTEM IN JÁSZDÓZSA Vorliegende Arbeit erörtert die Verbindungen zwischen den Verwandtschaftssystemen von Jászdózsa und von den Paloczen mit Hilfe der Verwandtschaftsterminologien und Institu­tionen. Da die ungarische Verwandtschaftsterminologie ziemlich einheitlich ist, sehen mehrere Autoren / T. Bodrogi, J.Morvay/'keine Möglichkeit zu ethnischen Untersuchungen der verwandtschaftlichen Bezeiehnungen. Der Autor kann dieser Ansieht nicht völlig bei­stimmen und versucht auf diesem Gebiet ethnische Untersuchungen zu führen. Im ersten Teil der Studie wird der Stoff des Autors, der etwa von 80 Informatoren ge­sammelt wurde, nach dem System von T. Bodrogi mitgeteilt. Dieses System wurde aber ge­wissermassen umgestaltet, verfeinert und mit bestimmten Beispielsätzen, die den Wort­gebrauch erklären, die Sprachlage bezeichnen, ergänzt. Der mitgeteilte Stoff bezieht sich auf die Jahrhundertwende. Da die Bezeichnungen des Systems eine nähere Erklärung fordern, mächten wir die Er-' klärungen der einzelnen Gruppen, Zahlen, Zeichnen folgenderweise angeben J Auf Grund des Systems von T. Bodrogi werden die anführenden und anredenden Bezeichnun­gen voneinander getrennt, vorige durch die Buchstabe A, letztere durch B, bezeichnet; während die Buchstabe C die zusammenfassenden Bezeichnungen von den anderen unter ­scheidet. Die einzelnen Verwandtschaftszweige werden voneinander getrennt unter besonde­ren, Titeln mitgeteilt. Die einzelnen Graden werden durch eine Zahl oder die Vorzeichen + - unterschieden, davon abhängend, ob die ältere oder die jüngere Generation be­handelt wird. Innerhalb des Grades 0 würden die Termini der älteren Generation durch I, die der jüngeren durch II bezeichnet. Während der Sammelarbeit beachteten wir genau die Häufigkeit des Gebrauches der einzelnen Bezeichnungen. Auf die Häufigkeit weisen die arabischen Ziffern vor den Bezeichnungen hin. Wurde sie allgemein gebraucht, so er­hält sie die Zahl 1, seltener, aber systematisch, so 2, nur gelegentlich oder nur von einigen Leuten, so 3? ist sie nur passiv bekannt, so erhält sie die 4. Die gemeinsamen und unterschiedlichen Züge der Verwandtschaftszweige. Ihr Verhältnis , , Mit Hilfe der Untersuchung der inneren Verteilung stellt der Autor fest, dass die glte­ren und jüngeren Generationen als das Ego im System der Verwandtschaftsterminologien in Jászdózsa innerhalb jedes Zweigs einheitlich getrennt werden. Iß. der Anführung unter­scheidet man sie, indem je andere Bezeichnungen auf die Alteren und auf die Jüngeren hinweisen. Die Personen innerhalb eines'Grades reden sich auch im Falle eines Alters­unterschiedes von 1-3 Jahren mit Sie an. Das System in Jászdózsa stimmt in dieser Hinsicht mit jenem der ungarischen Städte und Dörfer überein. Selbst in der Termino­logie der Städte war die Anrede mit Sie um die Jahrhundertwende allgemein. Das Duzen der Eltern ist neueren Ursprungs. Eigenartig ist auch das Verhältnis zwischen del* konsangvinen Verwandtschaft in gerader Linie und der konsangvinen Seitenverwandtschaft . Die Verwandtschaft in gerader Li­nie wird durch die speziellen Termini von der Seitenverwandtschaft ausser dem Grad 0 abgesondert. Die Bezeichnungen des Grades 0 in. gerader Linie bátyám /Onkel/, néném /Tante/, öcsém /jüngerer Bruder/, hugom /jüngere Schwester/ werden nämlich zugleich bei der Seitenverwandtschaft verwendet. Der Unterschied besteht darin, dass diese Bezeich­nungen in gerader Linie die speziellen Termini des Grades 0 betrachtet und als solche von den speziellen Bezeichnungen der anderen Graden getrennt werden. Die gleichen Ter­mini der Seitenverwandtschaft haben dagegen einen klassifizierenden Charakter. Die verschiedenen Graden werden durch je einen Terminus zusammengezogen, nur nach demi Ge­schlecht und dem Alter zum Ego unterschieden. In dieser Hinsicht weichen aber die Termini in Jászdozsa von der städtischen Terminolo­gie deskriptiver Art ab und weisen mit der Terminologie der Paloczen im Komitat Komárom und im unteren Mátra-Gebiet Beziehungen auf. Der Verfasser untersucht d&shalb den ge­sellschaftlichen und juristischen Hintergrund des Terminologiesysteme. Er stellt fest: Dieses System steht im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Beziehungen, mit der Grossfamilie, die zwar nicht unter einem Dach lebt, aber eine gemeinsame Wirtschaft treibt, mit dem Erbrecht, wobei die weibliche Linie eine spezielle Lage einnimmt. Da - 243 -

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