Petercsák Tivadar - Szabó Jolán (szerk.): Végvárak és régiók a XVI-XVII. században - Studia Agriensia 14. (Eger, 1993)

Lőkös István: A török veszély a 16-17. századi horvát epikában

István Lökös DIE TÜRKISCHE GEFAHR IN DER KROATISCHEN EPIK DER 16. UND 17. JAHRHUNDERTE Die türkische Gefahr ist ein determinierendes Thema in der Entwick­lungsgeschichte der kroatischen Epik der 16. und 17. Jahrhunderte. Das 1501 von Marko Marulic geschriebene Epos mit dem Titel Judit ist das erste Werk, das mit dem Niveau der zeitgenössischen europäischen Literatur gemessen werden kann. Das Epos drängt um die Vereinigung der europäi­schen Kräfte gegen die Türken. Marulic spricht über das selbe Ziel in seiner lateinsprachigen Epistola, die er an Papst Hadrian VI. gerichtet hat weiter­hin in dem Gesang Tuzba grada Hjerozolima (Klagen der Stadt Jerusalem) und in seinem Gedicht Molitva suprotiva Turkom (Gebet gegen die Tür­ken). Diese antitürkische Tendenz lebt in den Jahrzehnten nach dem Tod von Marulic weiter. Bedeutende Beispiele: im Kodex von Trogir (Trau) erzählt ein unbekannter Verfasser das Unglück von Mohács und den Tod des ungarischen Königs Lajos II. unter dem Titel: Poäinje rajboj i tuzba kralja ugarskoga (Schlacht und Klagen des ungarischen Königs beginnen.) Ein weiteres Beispiel ist das aus Dubrovnik stammende Mavro Vetranovic Cavcic (1482-83-176) Tuzba grada Budima (Klage der Burg Buda) ein Klagelied, wir können aber auch Razboji od Turaka (Türkische Angriffe) von Antun Bratosaljic Sasin (1518-1595) erwähnen, und Vila slovinka (Slavische Fee) von Juraj Barakovic (1548-1628). Eine andere Art der epischen Entwicklungsgeschichte repräsentieren jene Werke, die sich mit dem Sturm der Eroberung von Szigetvár und mit dem Tod des Szigetvarer Helden Miklós Zrínyi befassen: von Brne Karna- rutic Vazetje Sigeta grada (Eroberung von Szigetvár). Im Prekomurska pjesmarica I (Liederbuch von jenseits der Mur I.) ist mit seinem poetischem Material ein Fragment des Szigetvár-Ereignisses. Wir müssen noch Adri- janskoga mora Sirena (Sirene des Adriatischen Meeres) von Petar Zrinski und Odiljenje sigetsko (Abschied von Siget) von Pavao Ritter Vitezovic erwähnen. Diese abwechslungsreiche epische Dichtung ist sehr reich an ungarischen Motiven, das der 8 Jahrhunderte lang währenden kroatisch­ungarischen Symbiose zu verdanken ist. Die Mannigfaltigkeit der literari­schen Gattungen ist auffallend. Die vornähmste epische Renaissance- und Barockgattung, das Epos steht am Anfang dieser literarischen Reihe mit dem oben erwähnten Marulic Epos über Judit und auch das letzte Stück 372

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