Petercsák Tivadar – Váradi Adél szerk.: A népvándorláskor kutatóinak kilencedik konferenciája : Eger, 1998. szeptember 18-20. / Heves megyei régészeti közlemények 2. (Eger, 2000)

Awarenzeitliche Nischengräber auf dem Donau-Theiß-Zwischenstromland

118 BALOGH CSILLA ropäischer Reiterhirten aus derpontischen Steppe im 6. Jahrhundert. ArchAust 71 (1987) 121-154. STAáSlKOVÁ-áTUKOVSKÁ 1996 Stassiková­Stukovská, D.: Zu manchen spezifischen Äuße­rungen des Bestattungsritus im Frühmittelalter. In.: Ethnische und kulturelle Verhältnisse an der mittleren Donau vom 6. bis zum 11. Jahrhundert. Bratislava, (1996) 287-304. TETTAMANTI 1975 Tettamanti S.: Temetkezési szo­kások a X-XI. században a Kárpát-medencében. — Begräbnissitten im 10-11. Jh. im Karpaten­becken. StudCom 3 (1975) 79-123. TÖRÖK 1973 Török Gy.: VII. századi sírok Kerepes­ről. — Gräber aus dem 7. Jahrhundert in Kere­pes. FolArch 8 (1973) 113-134. AWARENZEITLICHE NISCHENGRÄBER AUF DEM DONAU-THEIß-ZWISCHENSTROMLAND Csilla Balogh In der Gemarkung von Városföld (Komitat Bács-Kiskun) wurde ein awarisches Gräberfeld aus dem 7. Jahrhundert im Jahre 1997 freigelegt. Außer den Schachtgräbern kamen sechs Nischengräber vor, in Beziehung damit trug ich die ähnlichen Bestattungen auf dem Donau-Theiß-Zwi­schenstromland zusammen. Insgesamt 23 Gräber von sechs Gräberfeldern konnte ich untersuchen (Abb. 1-8). Im Verhältnis zur Zahl der freigelegten Gräber der einzelnen Gräberfelder kamen verschwindend wenige Nischengräber vor (Tabelle 1). Diese Gräber bildeten innerhalb des Gräberfeldes keine selbständige Gruppe. Wie die anderen, waren auch sie NNW-SSO-orientiert, mit kleineren und größeren Abweichungen nach Westen. Die Gräber bestan­den aus zwei Teilen: Oben wurde ein rechteckiger, immer leerer Schacht mit steilen Wänden ausgegraben und die Längsseite des Schachtes für die Toten ausgehöhlt. Die Nischen konnten auf zweierlei Art ausgebildet werden. In einigen Fällen wurde die Nische auf dem Niveau der Grabsohle in der Seitenwand ausgehöhlt, während ein abfälliger Abstieg in anderen Gräbern aus dem Boden des Schachtes zur Nische führte. In den Gräbern dieses Typs wurden sowohl Männer als auch Frauen und Kinder bestat­tet, aber sie weichen von den anderen Toten des Gräber­feldes anthropoloisch nicht ab. Für die Gräber ist ein ärm­liches Fundmaterial kennzeichnend. Unseren Beobachtungen nach sondern sich die Nischengräber aus dem 7. Jahrhundert von den ähn­lichen, jenseits der Theiß vorgekommenen Bestattungen nicht nur territoriell ab, sondern sie weisen auch chro­nologische Unterschiede auf, und auch die Orientierung Balogh Csilla Kiskun Múzeum 6100 Kiskunfélegyháza Dr. Holló L. u. 9. und die Bestattungssitten sind verschieden. Sie gehörten also nicht zu demselben Ethnikum. Dieser Grabtyp hat seine nahen Analogien unter den sarmatischen Steppenfunden und den Befunden aus dem 6. Jahrhundert. Aufgrund der russischen Forschungen meint Gyula Török, daß einige sarmatische Stämme nach der hunnischen Bewegung im 4. Jahrhundert an der Wolga blieben. Aus diesem hunnisch-alanischen Milieu wanderte ein Volksrest im 7. Jahrhundert mit einer größeren Völkerbewegung ebenfalls in das Karpatenbecken und die Nischengräber unseres Gebietes gehörten zu diesem Volk. Diese Meinung halten wir im Lichte von vielen östlichen sarmatischen Funden im großen und ganzen für annehm­bar, mit der Bemerkung, daß der erste Volksrest aus diesem sarmatisch-hunnischen Kulturmilieu noch mit den land­nehmenden Awaren mitkam und die wenigen frühawaren­zeitlichen, jenseits der Theiß bekannten Nischengräber sein Nachlaß sind. Später kam ein anderer Volksrest aus dem­selben Milieu in das Karpatenbecken, aber dieses Material ist schon für das 7. Jahrhundert kennzeichnend. Sie bestat­teten ihre Toten in den Nischengräbern auf dem Donau-Theiß-Zwischenstromland. Diese kleineren Volks­reste könnten sich schnell assimiliert haben, und das Verschwinden ihrer Nischengräber für das 8. Jahrhundert kann damit erklärt werden. Gegenwärtig wäre es noch früh, die im Karapaten­becken in den Nischengräbern Bestatteten ethnisch zu be­stimmen, wenn aber die Zahl der freigelegten Nischen­gräber und der Publikationen zunimmt, können wir viel­leicht auch der Lösung dieser Frage näher kommen. Übersetzt von Katalin H. Simon

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