Juhász Imre: Gönczy Pál, a reformer pedagógus (A Hajdú-Bihar Megyei Múzeumok Közleményei 11. Debrecen, 1969)

Zusammenfassung

Imre Juhász: Pál Gönczy, der Reformpädagoge „ . . . die Freiheit steht ohne die entsprechende Bildung der Nation auf einem wankenden Grund ..." — diese Worte stammen von Pál Gönczy, der ein vielseitiger und anregender Vertre­ter der neueren Erziehungsgeschichte in Ungarn war. Er ist als Bahnbrecher und Organisator der bürgerlichen Volksbildung, aber auch als pädagogischer Fachschriftsteller sehr bedeutend. Er ist überzeugt, daß seine Ideen wertvolle Traditionen der ungarischen pädagogischen Literatur dar­stellen. Aus diesen Gedanken kann auch die heutige Generation der Pädagogen mit Nutzen schöp­fen. Gönczy wurde 1817 in Hajdúszoboszló geboren, wo er auch die Volksschule und die unteren Klassen des Gymnasiums besuchte. Seine ausgezeichneten Fälligkeiten zeigten sich schon wäh­rend dieser Studien. Dann lernte er im Kollegium in Debrecen weiter, dessen Lehrer er nach der Beendigung seiner Studien wurde. 1844 lernte er Sándor Karap und SámuelDiószeghy kennen, mit denen er eine Reise in der Schweiz machte, wo er die Armen- und Waisenhäuser besuchte. Er sollte nämlich an die Spitze einer solchen Institution gestellt werden. Die Erlebnisse in der Schweiz übten einen großen Einfluß auf die Entwicklung seiner pädagogischen Ansichten aus und führten auch zur mutigen Kritik der rückständigen Verhältnisse in Ungarn. Die Großmütigkeit eines Schweizer Bürgers bewegt ihn, den herrschenden Klassen Ungarns vorzuwerfen, daß sie eine Menge Geld zur Veranstaltung von Soireen und Bällen, auf unnötige Kleidung und zunächst auf das gefährlichste Kartenspiel verschwenden, aber sie vergessen, einen Heller Steuer zur Unterstüt­zung des Vaterlandes zu zahlen. . .". Nach der Rückkehr aus der Schweiz begann er, seine pädagogische Aufgabe zu erfüllen. Das Institut wurde im Frühling 1 T 45 aufdem Gut von Sándor Karap in Zelemér (in der Nachbarschaft der Stadt Hajdúböszörmény) eröffnet. Die Schüler erhielten Unterricht auch aus praktischen Gegenständen (rationelle Landwirtschaft, Gärtnerei, Seidenzucht, Schneider-, Drechsler-Houdwerk und andere Handwerke) außer den theoretischen Kenntnissen. Leider scheiterte diese damals allein da stehende Unternehmung im Jahre 1848. In den Jahren des Despotismus nach dem traurigen Ende des Freiheitskrieges gründete Gönczy mehrere Privatinstitute. Sein Ruhm wurde außer dem praktischen Unterricht auch durch sein theoretisches Wirken gefördert. Nach dem Ausgleich im Jahre 1867 kam das Kultusministe­rium zustande, wo er zuerst Sektionsrat, dann Ministerialrat und endlich Staatssekretär wurde. Dem Ministerium standen schwere und komplizierte Aufgaben bevur, es fehlte nicht nur an organisatorischen Instituten und an Erfahrungen der Unterrichts waltung, sondern man mußte auch gegen den bedeutenden Widerstand des seine Macht erbittert verteidigenden hohen Klerus und der weltlichen Herrschaften kämpfen. Trotz der im Wege des Fortschritts stehenden Mäkelei der feudalen Kräfte übernahm das Ministerium die schwerste Aufgabe: das Volksschulgesetz auszuarbeiten und durchzusetzen. In dieser Arbeit spielte Gönczy eine wichtige Rolle. Obwohl er an der Abfassung des von der Reaktion heftig angegriffenen Gesetzesantrags unmittelbar nicht teilnahm, wirkte er jedoch bei der Vorbereitung durch die Presse und bei der endgültigen Abfas­sung des Gesetzes mit. Seine vorzügliche organisatorische Fähigkeit und sein ausgezeichneter praktischer Sinn zeigten sich besonders in der Durchführung des Gesetzes. Anhand seines Wirkens bereitete er die Anweisungen, die vorschriftlichen Formulare des Volksschulwesens usw. vor. Seine Arbeit bildete einen wichtigen Teil der fortschrittlichen Bestrebungen, die sich zum Ziel setzten, die administra­tive Organisation eines einheitlichen Volksschulsystems in Ungarn auszubauen. Vom Anfang an achtete er sehr sorgfältig auf die inhaltliche Entwicklung des Unterrichts. Aus diesem Zweck schrieb er Unterrichtspläne, und nahm an der Abfassung der Grundprinzipien teil, die als Richt­linien zum Schreiben der im Wettbewerb angekündigten Lehrbücher dienten. Außerdem schrieb er selbst moderne Schulbücher, von denen besonders sein Abc-Buch einen großen Erfolg hatte. Er

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