Nyakas Miklós szerk.: Hajdúsági Múzeum Évkönyve 7. (Hajdúböszörmény, 1990)
RÉGÉSZET, ÓKORTUDOMÁNY — ARCHÄOLOGIE, ALTERTUMSWISSENSCHAFT - Archäologische und Siedlunghistorische Angaben von Józsa
Béla Lévai ARCHÄOLOGISCHE UND SIEDLUNGHISTORISCHE ANGABEN VON JÖZSA Der Bach Tócó und sein Tal trennt zwei geologische Territorien voneinander: Süd-Nyírség und Hajdúhát. Die Józsa-Siedlung (ihr mittelalterlicher Name: Szentgyörgy) hat sich am südlichen Rand der beiden Territorien im 10. Jhd. direkt nach der ungarischen Besitznahme gebildet. Alsójózsa (Nieder-Józsa), an dem östlichen Ufer des Baches gelegen, wird von jahrhundertealten Eichenwäldern umgeben. Felsőjózsa (Ober-Józsa) dagegen liegt in der „Puszta", auf dem Hajdúhát (Hajdurücken) von Lösboden. Nach der letzten Vereisung (im 4. Jahrtausend v. u. Z.) hat der Mensch von der Neolitzeit sich an dem östlichen Ufer des Tócó-Baches angesiedelt. Es sind seolite Funde in der Gegend der Hegy-Str., in der Csonka-torony-Str. und in dem „Kiskert" behannt geworden. Zu Anfang der Bronzezeit führte schon ein wichtiger Handelsweg an das westliche Ufer. Der Weg fing in der Gegend des Balti-Meeres an, führte weiter nach Klein-Polen, über die Karpaten nach Tokaj, über Debrecen, dann an der Nieder-Donau entlang, ganz bis zu den balkanischen Hafenstädten. Auf diesem Wege wurde Kiesel- und Glimmer-Schiefer, von den Karpaten bis zu der oberen Theiss-Gegend, transportiert. An der nördlichen Grenze von Józsa wurden Schwerter und Geschirr aus der Bronzezeit, die von grosser Bedeutung sind, gefunden. Der Fund ist als „Schatz aus Hajdúböszörmény" bekannt geworden. Aufgrund der archäologischen Funde ist zu erkennen, dass in dem „Kiskert" eine bronzezeitliche Siedlung existierte. Aus dem Rákóczi-alj stammen Funde von der Kupferzeit. Von der nördlichen Seite des Szentgyörgy-Sandhügels wurden skitische Gräberfunde in das DériMuseum gebracht. In der Zeit der germanischen Vandalen und der Gepiden (vom 2. Jh. n. u, Z.) ist das Tócó-Tal Grenzgebiet zwischen den iranischen Sarmaten und germanischen Gepiden geworden. Die entdeckten Gräber in der Sillye Gábor-Str. haben wahrscheinlich einen gepiden Ursprung. In einem Grab entdeckte man eine amulettartige Bronze-Axt, die ein Symbol vom Kult des germanischen Donar oder Thor Gottes ist, eine hufig vorkommende Grab Beilage bei den Gepiden. (Vgl.: auf deutsch-Donnerstag/auf englisch-Thursday.) An der südlichen Seite des „Kiskert", in Nieder-Józsa, gibt es einen grossen Friedhof aus der Zeit der Volkswanderung. Nach der ungarischen Volkswanderung hat sich hier das Predium von Józsa gebildet. Auch auf dem Klastrom-Ufer bzw. in der Alsójózsai-Str. gibt es Gräber aus der ungarischen Frühzeit. Die Kirche von Szent-György-Martir wurde vor dem Tatarenzug auch auf dem Klastrom-Ufer aufgebaut. Die Siedlung, die Szent György hiess, wurde im 15. Jhd. Marktflecken, auf dem es grosse Messen, auch mit ausländischen Kaufleuten, gab. Bei der Ausgrabung 1981 wurden mehrere schwedische Geldstücke gefunden. Der König Matthias hat mehrere Urkunden herausgegeben, mit denen er die Zollfreiheit der Einwohner von Szentgyörgy versichert. 52