Nyakas Miklós szerk.: Hajdúsági Múzeum Évkönyve 5. (Hajdúböszörmény, 1983)

NÉPRAJZ — VOLKSKUNDE - Die Wirtschaft und die herkömliche Lebensform gutsituierter Bauern in Hajdúböszörmény um die Jahrhundertswende

János Bencsik DIE WIRTSCHAFT UND DIE HERKÖMMLICHE LEBENSFORM GUTSITUIERTER BAUERN IN HAJDÚBÖSZÖRMÉNY UM DIE JAHRHUNDERTWENDE Die bäuerlichen Wirtschaften von Hajdúböszörmény machten die revolutionären Veränderungen von 1848 durch, ohne dass ihr Eigentumsrecht davon berührt wur­de. Das hatte zur Folge, dass die Wirtschaftstätigkeit im bäuerlichen Besitz durch die bürgerlichen Umwälzungen, die sich im Bodenbesitz eingestellt hatten, nicht ge­stört wurden. Der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus kann als verhält­nismässig gleichmässig angesehen werden. In der vorliegenden Studie werden drei Mittelbauern (Bagosi, Barak, K. Tóth) und die Lage der Wirtschafts- und Lebensweise ihrer Familien innerhalb von drei Generationen bei den Grosseltern, den Eltern und den Enkeln (die zu betagten In­formanten des Verfassers zu Beginn der 1970-er Jahre zählten (vorgestellt. Im Verlauf des Lebens dieser drei Generationen (in den Jahrzehnten zwischen 1880 und 1930) erfolgte eine langsame und grundlegende Veränderung in der Wirt­schaftsweise auf den Mitttelbauergehöften der Hajdúgegend und in der Lebens­weise der mittelbäuerlichen Familien. Die Tendenzen zur Kapitalisierung wirkten immer stärker, die extensive Wirtschaft wurde von den Bestrebungen nach Inten­siver Wirtschaft abgelöst. Es gab immer mehr Einzelgehöfte mit Ackerbau. Die Überproduktion in Ackerbau und Viehzucht nahm zu, mit deren Veräusserung auf dem Markt die Bauernfimilienimmer mehr Kapital anhäufen konnten. Die Inves­tierung dieses Kapitals war natürlich mit der Modernisierung der Produktion und der landwirtschaftlichen Produktionsmittel (Hackpflug, Dreschmaschine, Sämaschine usw.) verbunden. Dennoch wurde in diesen Familien die herkömmliche Art der Le­bensweise unnachgiebig bewahrt, die Jungen wurden im Stall untergebracht und mussten mit den Lohnarbeitern gemeinsam arbeiten; ihre Ernährungsweise und ihr Verhalten verknüpfte sie in vielen Momenten mit den bäuerlichen Traditionen des vergangenen Jahrhunderts. Neben der Arbeitsorganisation und der Produktionsstruktur konnte auch das Fa­milienleben in ein rechtes Licht gerückt werden. Die Informanten stammten aus ei­ner gesellschaftlichen Schicht, für die ein starker Konservatismus und die Verbun­denheit mit den Erfahrungen und der Praxis der Grosseltern und Eltern charakte­ristisch sind. 209.

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