A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1995-1996 (Debrecen, 1998)
Természettudomány - Sándor István–Dudás Miklós: Bestandserfassung einiger Arten (Falconiformes, Strigiformes, Ciconia nigra, Corvux Corax) in de Ebene von Bereg-Szatmár
Aufgrund unserer Erfassungen darf der Bestand an Tag-Raubvögeln als ärmlich bezeichnet werden, und zwar sowohl in Bezug auf seinen Artenreichtum wie auch auf den Populationsumfang innerhalb der einzelnen Arten. Die Gründe hierfür sind vor allem in den eingeschränkten Futterquellen zu sehen, denn infolge der ungünstigen Bodentypen dieser Landschaftseinheit (schwerer Lehmboden mit schlechtem Temperatur-, Luft- und Wasserhaushalt) herrschen hier extreme Lebensbedingungen vor, die einzelnen Arten (Ziesel, Hamster) das Leben hier nahezu unmöglich machen. Andere kleinere Nagetierarten (Feldmaus, Hausmaus, Waldmaus usw.) kommen nur gestreut vor. Ein weiterer Grund besteht darin, daß anstelle unbehelligter Wälder heute nur noch fleckenartig Bestände anzutreffen sind, die aufgrund ihrer geringen Ausbreitung stark gestört sind (Forstarbeiten, Tourismus, verstärkter Jagdbetrieb usw.) Aus der zusammenfassenden Tabelle geht hervor, daß der Habicht (Accipiter gentilis), der Mäusebussard (Buteo buteo) und der Turmfalke (Falco tinnuncculus) für diesen Raum charakteristisch sind. Nicht häufig ist der Wespenbussard (Pernis apivorus) und ebenfalls als selten gilt der Schwarzmilan (Milvus migrans). Der Sperber (Accipiter nisus) verhält sich während der Nistzeit recht scheu, so daß angenommen werden darf, daß hier tatsächlich mehr Sperben nisten als beobachtet werden konnten. Das spärliche Vorkommen des Baumfalken (Falco subbuteo) ist auf das kühlere und feuchtere Klima zurückzuführen. (Auf der Beuteliste dominieren in erster Linie kleine Vögel.) Der Rotfußfalke (Falco vespertinus) brütet gar nicht in dieser Gegend! Das Vorkommen des Würgfalken (Falco cherrug) ist in allen Fällen durch den Vorkommensanteil an Zieseln (Citellus citellus) limitiert, weshalb mit ihm nur gelegentlich gerechnet werden kann. Der Schreiadler (Aquila pomarina) wurde ebenfalls regelmäßig (Jahr für Jahr) beobachtet, mehrfach auch paarweise. Demnach ist zu erwarten, daß er sich erneut zu der Nistfauna in diesem Raum gesellt. Auf den die Waldflecken umsäumenden hochgrasigen Weiden, Binsenwiesen und in den Schilfbeständen brüten einige Rohrweihenpaare (Circus aeruginosus) und die Wiesenweihe (Circus pygargus). Des Bestand an Kolkraben (Corvus corax) ist in diesem Raum am stabilsten. Wahrscheinlich, weil diese Art sich langsam nach Südwesten ausbreitet. Das gestreute Vorkommen des Schwarzstorches (Ciconia nigra) ist den sich verstärkenden antropogenen Wirkungen zuzuschreiben. Über das Vorkommen von Nacht-Raubvögeln stehen uns nur wenige, tatsächlich meßbare Daten zur Verfügung. (Zu diesem Themenkreis hat Dr. Mihály Endes eingehendere Forschungen angestellt.) Bisherigen Beobachtungen zufolge ist der Waldkauz (Strix aluco) fast in allen älteren Waldteilen anzutreffen. In der Nähe von Viehbeständen, Stallungen und vereinsamten Hirtenquartieren kommt auch der Steinkauz (Athene noctua) gestreut vor. Um die Schleiereule (Tito alba) ist es hier hingegen katastrophal bestellt. (Eine Untersuchung von Kirchtürmen aller hier berührten Siedlungen bestärkt diese Annahme. Dr. Mihály Endes) Die Tatsache, daß ein Uhupaar (Bubu bubo) hier nistet, beziehungsweise einige Exemplare hier wieder angesiedelt werden sollen, läßt darauf hoffen, daß dieses Grenzpaar in dem Raum erhalten bleibt. Aller Wahrscheinlichkeit nach steht es auch mit den jenseits der Landesgrenze lebenden Vögeln in enger Verbindung. Der Bestand an Waldohreulen (Asio otus) ist am stabilsten. Diese Art kommt uns am häufigsten zu Gesicht. Die nistenden Bestände von Szatmár-Bereg haben sich im Verlauf des Untersuchungszeitraumes nicht verändert. Es darf fon einer ausgeglichenen Populationsdynamik gesprochen werden. 33