A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1986 (Debrecen, 1987)
Történelem - Szűcs Ernő: Die Geschichte der Debrecener Möbelindustrie
Ernő Szűcs DIE GESCHICHTE DER DEBRECENER MÖBELINDUSTRIE In der vorliegenden Arbeit leitet der Verfasser die Herausbildung der sich in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts in Debrecen angesiedelten Möbelfabriken vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsniveau der Stadt ab. Die Verbürgerlichung und die breiteren Interessen machten die Herstelung von Möbeln in Grossbetrieben einerseits möglich, andererseits aber auch notwendig. Die Gründer der ersten Fabriken siedelten sich aus anderen Orten hier an (z.B. Vilmos Schwartz, Lamberg und Co.). Und erst gut ein paar Jahrzehnte später entstanden neben diesen Betrieben die ersten Möbelfabriken in Debrecener Besitz, die sich durch eine organische Entwicklung aus dem ortsansässigen Handwerk rekrutiert hatten (Ede Killer, „István Harsány Parkettfabrikant und Tischlerei"). In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, in der Zeit des Aufschwunges nach der Wirtschaftskrise entstanden dann in Debrecen auch die grossen Betriebe, die in Besitz von Aktiengesellschaften (Rt.) arbeiteten (Faipari Rt.). Die grössten Betriebe gelangten in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nach verschiedenen Finanzmanövern in den Besitz der Ungarischen allgemeinen Kreditbank AG. Auf deren Vereinigung folgend, kam eine Möbelfabrik unter dem Namen „Hajlítottbútor-gyár" zustande, deren Lenkung anstelle der einstigen „Leitung durch den Besitzer" nun eher der „durch einen Manager" ähnelte. Daneben konzentrierte sich die Fabrik immer stärker auf die Exportproduktion. Im gleichen Zeitraum setzten die Weltwirtschaftskrise oder später die Stürme des zweiten Weltkrieges den kleineren Möbelfabriken am Ort ein Ende (z.B. Debrecener Möbelfabrik und Holzhandel AG oder Ede Killer). Die „Hajlítottbútor-gyár Rt.", die während des zweiten Weltkrieges für das Militär produzierte, wurde bei Bombenangriffen zerstört. Nach der Befreiung bildeten die ehemaligen Angestellten einen „Arbeiterverband" und begannen aus eigenen Stücken mit dem Wiedersaufbau und der Produktion. Zwar gelangte die Fabrik übergangsweise wieder in den Besitz der Kreditbank (September 1946), dann wurde sie jedoch 1948 verstaatlicht. Seit dieser Zeit wurden in der Fabrik mehrfach Rekonstruierungen durchgeführt und heute wird hier in bedeutendem Masse für die Absatzmärkte Westeuropas produziert. An der Stelle einer ehemaligen Sägefabrik arbeitet seit 1960 die „Debrecener Möbelfabrik". Sie versorgt mit ihren Waren, der allgemein beliebten Möbelserie „Hajdú" sowie Einrichtungen für Büros und Betriebe, die Transtheissgegend, das Zwischenstromland von Donau und Theiss und auch Budapest. 347