A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1976 (Debrecen, 1977)
Muzeológia - Ditróiné Sallay Katalin: Die Geschichte der Ausstellungen des Déri Museums (1945–1975)
Frau Ditrói, Katalin Sallay DIE GESCHICHTE DER AUSSTELLUNGEN DES DERI-MUSEUMS (1945—1975) Mit dem Kulturwesen wurde in den vergangenen 30 Jahren an vielen Tagungen und in vielen Verordnungen beschäftigt. Es war nötig, weil eine explosionsartige Entwicklung auf allen Gebieten der Volkswirtschaft nach der Befreiung erfolgte. Diese Entwicklung war aber nicht überall ausgeglichen. Auf dem Gebiet des Wirtschaftsbaues haben wir wesentlich größere Erfolge erzielt, als auf dem der Politik. Die Auflösung dieser Zweiheit ist sehr wichtig, weil die Kultur ein immer bedeutsam werdender Pfeiler der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung sei. Die Fortpflanzungsinstitution der Kultur war — unter anderem —- das Museum auch in der Vergangenheit, und es spielt auch nach der Befreiung diese Rolle. Nach dem zweiten Weltkrieg erging eine lange Zeit, bis unsere Ausstellungen wieder eröffnet werden konnten, beziehungsweise, neue Museen zustande gebracht wurden. Durch einen Wettbewerbsaufruf kam die Idee, die Ausstellungstätigkeit des Déri-Museums in den letzten 30 Jahren zusammenzufassen. Im Laufe dieser Arbeit wurde zur Sprache gebracht, daß zur Zusammenstellung der statistischen Meldungen einheitliche Gesichtspunkte hätten ausarbeiten sollen. Wir, — die schon seit der Befreiung auf dem Gebiet des Museumwesens tätig sind — sollten zahlreiche Quellenmaterialen in Anspruch nehmen, trotzdem können wir unsere Angaben nur mit annähernder Genauigkeit mitteilen. Diese Angaben sind nicht vollständig, weil die Veranstaltungen der fremden Organe — besonders in den ersten 15 Jahren — aus unseren Arbeitsmeldungen meistens fehlen. Andere Organe mieteten nämlich für ihre Ausstellungen unsere Säle, obwohl die Besucher dieser, von dem wenigen Prozent abgesehen, alle Ausstellungen des Museums auch besichtigten. Zur Ausführung unserer Aufgaben, sowie der zu veranstaltenden Ausstellungen verfertigten wir einen Arbeitsplan, in vielen Fällen boten uns aber — über den Plan hinaus — unsere Partneranstalten zur Schau stellenden Matériáién an. Diese angebotenen Matériáién konnten wir mit mehrerem Male nur so empfangen, daß wir die Zeitperiode zwischen der Veranstaltung einer neuen Ausstellung und dem Abbau je einer Ausstellung in den Räumen, die zum Zweck der provisorischen Ausstellungen dienten, abgekürzt hatten. Im Falle der Bilder und Kleinplastiken war diese Aufgabe leicht lösbar, da sie wenig Instellationen und Investitionen erforderten. Wegen des Überdrußes der bildkünstlerischen Ausstellungen wurde unsere Anstalt mehrmals mit Recht kritisiert, wenn wir das Material unserer hochwertigen Galerie wegen der oben genannten Ausstellungen vorübergehend abbauten und es in unsere ohnehin enge Lager einpferchten. Es ist bedauerlich, daß diese besonders im Sommer auftraten, als die Besucherzahl unseres Museums durch die ausländischen Touristengruppen verfielfacht wurde. So bekamen diejenige, die das Museum zu dieser Zeit aufsuchten, kein reales Bild über die, durch die Ausstellungen wiedergegebene wissenschaftliche Tätigkeit unserer Kulturanstalt. Nur in dem Gebäude des Déri-Museums wurden in den vergangenen 30 Jahren 359 Ausstellungen veranstaltet. Daraus wurden 13 mal ständige Ausstellungen gemacht, beziehungsweise, die alten neu veranstaltet. Als zweites Museum des Landes hat das Déri-Museums nach der Befreiung im Jahre 1949 vor das Publikum seine Pforten eröffnet, so konnten sich die neuen kulturpolitischen Gesichtspunkte noch nicht durchsetzen und das war eine der Ursachen der Neuordnungen. Der andere Gesichtspunkt war, das neuere Material, das seit der Befreiung durch Sammlung, Ankauf, Schenkung und Ausgrabung in das Museum kam, sowie auch die kulturgeschichtliche Sammlung von Frigyes Déri unbedingt in die ständigen Ausstellungen einzubauen. Nebst den 12 ständigen machten wir 347 periodische Ausstellungen, unter anderem 162 bildkünstlerische und die anderen verteilten sich unter den anderen museologischen Zweigen. Aus den 347 periodischen Ausstellungen wurden 114 durch fremde Organe veranstaltet, das Museum vermietete dazu seine Säle. 136 Ausstellungen wurden gemeinsam mit fremden Organen oder mit anderen Museen, 97 aber selbständig veranstaltet. Wir waren gezwungen, unsere Galerie vor der definitiv gesagten Neuordnung im Jahre 1960 wegen mehreren Gesichtspunkte in 7 Fällen umzuordnen. Seit 1960 mußten wir 16mal unser Material 445