A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1975 (Debrecen, 1976)

Történelem - Fintha Gábor: Geschichte der Pferdezucht auf der Hortobágy

Gábor Fintha GESCHICHTE DER PFERDEZUCHT AUF DER HORTOBÁGY Blickt man auf die Vergangenheit des 300 Jahre alten Gestüts zurück, kann man feststellen, dass die Pferdezucht in Debrecen, beziehungsweise auf der Hortobágy zwar zahlenmässig bedeutend abnahm, im Niveau aber - abgesehen von manchen Fehlern — erhöht wurde, und diese Entwicklung in der Zukunft noch gesteigert wird. Nach dem Herumsuchen der ersten Jahre, nach der unsicheren Zuchtrichtung hat das Gestüt endlich die zu den Besonderheiten der Gegend am meisten geeignete Art gefunden, die sich am besten an die extremen Klima- und Fütterungsverhältnissen anpassen konnte und dabei den Ansprüchen der Bürger am günstigsten nachging. Der Nonius (nach dem Namen eines Hengsts aus Normandie, der 1816 nach Ungarn kam) wurde bald eine herrschende Pferdeart in dieser Gegend. Das berühmte Gestüt musste viele Schwierigkeiten erleiden, wurde imfolge der unsachgemässen Behandlung und des bedeutenden Verfalls vom Zuchtniveau öfters aufgelöst, aber zum Glück jedesmal neugestal­tet, und sein Ruhm blieb ungerührt. Der erste Weltkrieg hat im Bestand keinen grösseren Verlust mit sich gebracht. Zwi­schen den zwei Weltkriegen erfolgte ein Aufschwung in der Zucht des Nonius. In dieser Zeit versuchte man, die Pferdezucht auch mit staatlichen Verordnungen zu entwickeln, das Ungarische Ministerium für Ackerbau hat die Stammbuchführung über die in staatlicher Zucht gehaltenen, zur Weiterzucht tauglichen Stuten vorgeschrieben. Viel ernstere Folgen hatte für das Gestüt der zweite Weltkrieg, da aus dem Bestand kaum etwas zurückblieb. Den Grund der Zuchttätigkeit nach Ungars Befreiung bildeten die paar Tiere, die aus dem ursprünglichen Bestand geblieben sind oder aus den in der Umgebung zerstreuten Pferden eingesammelt werden konnten. Bald wurde das Hortobágyer Staatsgut errichtet, das auch die Pferdezucht in die Hände nahm und so dieselbe von Debrecen fortfuhr. In der Anfangsperiode von der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft ist die Entwicklung natürlich schwer vorangegangen, später waren aber mit den Jahren immer grössere Erfolge zu merken. Die Pferdezucht hat wieder ihren lPatz in der sozialistischen Wirtschaft gefunden, die wurde aus einer geduldeten Beschäftigung ein lukrativer Wirtschaftszweig. Das Ziel ersten Ranges ist nicht mehr die Zucht des Zugpferdes, beziehungsweise Arbeitspferdes, sondern die des Rennpferdes und des im Ausland sehr beliebten Spazierpfer­des, die in der Welt immer mehr gesucht werden. Im Inland braucht man ebenso immer mehr Rennpferde für die gleichfalls zunehmen­den Reitschulen. Gegenwärtig sind in Ungarn 57 Reitschulen mit 831 Pferden tätig (ÓCSAG I. 1971). Diese Zahl übersteigt die Angaben aus den Nachkriegsjahren. Leider hat das Hortobágyer Staatsgut kein grosses Glück mit der zu züchtenden Art, die ausgesprochen Arbeitspferd ist, man will aber hoffen, dass dieses Problem nach den Anfangsschwierigkeiten gelöst wird, und die Zukunft des Nonius auch in den neuen Ver­hältnissen zu sichern ist. Das beweisen auch die Erfolge in der Hybridisierung mit Vollblut zwecks Rennpfer­dezucht, es besteht die Zuversicht, dass diese Ergebnisse den Aufschwung der späteren Ent­wicklung dauernhaft begründen werden. 383

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