A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1974 (Debrecen, 1975)
Néprajz - Szathmári Ibolya: Hochzeitsbräuche in Hajduszovát
Ibolya Szathmári HOCHZEITSBRÄUCHE IN HAJDUSZOVÄT Im Aufsatz handelt es sich um die Hochzeitsbräuche in Hajdúszovát. Hajdúszovát liegt 20 km weit von Debrecen. Die Zahl der Einwohner beträgt etwa 3500 Mann, ihre Hauptbeschättigungen sind der Ackerbau und die Ziehzucht. Die Hochzeitsbräuche werden vom Anfang der 1900er Jahre an bis in unsere Tage hinein in den folgenden Absätzen untersucht: über die Heirat im allgemeinen; der Zweck der Heirat; das Alter der Eheschliessung; das gefallene Mädchen; alte Jungfern und Junggesellen,- die Heirats wähl; die Ehevermittler; das Bekanntwerden, Steigen nach dem Mädchen,- Brautschau oder die Bekanntmachung mit dem Hof und Familie der Jungen,- Brautwerbung; Verlobung; Verlobungsgeschenke; Vorbereitung der Hochzeit; Bereiten der Schneckennudeln (csigatészta); die Wartezeit zwischen der Verlobung und der Eheschliessung; kirchliche Registrierung der zu vermählenden Jungen, die Verkündung ihrer Absicht in der Kirche,- Einkauf des Brautkleides; die „Angestellten" der Hochzeit; die Gäste der Hochzeit; Einladung an das Brautfest; der Abschied des Bräutigams von den Freunden; die Musiker des Brautfestes; Vorbereitung des Brautfestes: das Umziehen der Braut ins neue Heim; der Hochzeitstag: Versammeln im Früh; Aufstellen des Brautzuges,- das Abbitten der Braut bei ihren Eltern; die Eheschliessung; nach der Eheschliessung; das Hochzeitsmahl; Tänze und Spiele in der Hochzeit; „kontyolás" = Auflegen der Haube (Wortwörtlich: Knotung der Haare); Mimenspiele während des Haubenaufsetzens ; Ende des Brautfestes; Unterschung der Veränderungen in den Hajduszováter Hochzeitsbräuchen seit 1880 bis in die jüngste Zeit und ihrer Ursachen. Im Aufsatz wurde den Veränderungen der Hochzeitsbräuche eine besondere Achtung gewidmet. Es wurden die Faktoren dargelegt, die die Hochzeitstraditionen verändert haben, beziehungsweise auch gegenwärtig formen. Am Anfang der 1900er Jahre gab es bedeutende Unterschiede zwischen der Hochzeit der ärmeren und reicheren Bauernfamilien, imfolge des neuen wirtschaftlichen Lebens in den leztzen Jahrzehnten, vorwiegend nuch dem zweiten Weltkrieg sind aber Abweichungen in den Hochzeitsbräuchen kaum zu finden. Der Unterschied zwischen den früheren, verschiedenen gesellschaftlichen Schichten ist aufgehoben, und die Brautfeste leufen in der Dorfgesellschaft immer mehr ähnlich ab. Zahlreiche traditionelle Momente der Brautfeste sind erhaltengeblieben, es sieht aber so aus, dass die alten Elemente allmählich in den Hintergrund zurückziehen, und man nach einigen Jahrzehnten mit der völligen Umgestaltung der alten Hochzeit rechnen muss. 618