A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1973 (Debrecen, 1975)

Művészettörténet, Iparművészet - Weiner Mihályné: Zinngefässe im Komitat Hajdú-Bihar

Piroska Weiner ZINNGEFÄSSE IM KOMITAT HAJDÚ-BIHAR Im Komitat Hajdú-Bihar standen manche Zweige des Handwerks und der Volkskunst auf küntlerischer Höhe, so z. B. die Werke des Debrecener Goldschmiedegewerbes, die Meisterstücke der Tischlerei, die Buchdruckerei, das Buchbinden. Weniger wurden bis­her die Denkmäler der Zinngiesserei beachtet, obwohl sie auch in diesem Komitat schöne Beispiele präsentiert. Die Blütezeit der Zinngiesserei in Ungarn fällt auf die 16-18. Jahrhunderte. Die Zentren waren in Transsylvanien, in Oberungarn (heute Slowakei), in Buda, Pest, Győr, (Raab), Miskolc, Sopron (ödenburg). Die Verbreitung dieses Gewerbes förderten die Entwicklung des städtischen Bürgertums, das hochorganisierte Leben der Zünfte und die Reformation. Das Zinngefäss ist mit seiner traditionellen, einfachen Erscheinung Ausdruck der selbstbewussten Würde. In Debrecen und im Komitat existierten die Bedingungen des Zinngiessens, so entwickelte sich auch hier ein Zentrum dieses Gewerbes. Angaben über die Tätigkeit von Zinngiessern sind schon aus dem 16. Jahrhundert im Archiv des Komitates Hajdú-Bihar zu finden. Im Komitat gibt es viele wertvolle Zinngefässe, das Erwähnen der Meister dem Namen nach in den Schriften wurde aber erst aus dem 18. Jahrhundert gefunden. Es gelang, die Tätigkeit nur der folgenden Zinngiessermeister aufzuklären: János Nigrinyi (1775-1784), János Fazekas (1775-1784), Casparus Weber (1791), Simon Verdes (1796-1817), Károly Glauche (1829-1838), János Gottlieb Zimmermann (1822-1841). Die Zinngiesser haben in Debrecen keine Zunft gestaltet, sie gliederten sich auch in die Zünfte anderer Städte nicht ein, sondern Hessen sich als ausserzünftliche Meister regist­rieren. Es sind Gegenstände auch der obenerwähnten Meister geblieben, es kamen aber auch aus den anderen Zinngiesserzentren des Landes Gegenstände nach Hajdú. Ausserdem gibt es manche Marken (z. B. Fahne - Lamm - Marke), die wahrscheinlich von lokalen Meistern stammen. Neben den traditionellen, schönen Formen müssen die Anschriften lokaler Bedeut­ung und die reichen, gehiebenen Blumenzierden an den Zinngefässen des Komitates Hajdú hervorgehoben werden. In den Verzierungen mischen sich die Motive der Renaissance­ornamentik mit den Elementen der lokalen Volkskunst. Unter den Sammlungen des Komitats ist die des Déri-Museums sehr reichhaltig, es gibt drin zahlreiche wertvolle Sstücke aus Transsylvanien, Oberungarn Buda und von der nahen Umgebung selbst. Eine Landesbedeutung wird der Sammlung des Debrecener Museums der Kalvinis­tischen Kirchenkunst, in erster Linie der Kanne aus 1635 mit der Anschrift ,,Catharina Bethlen de Ictar", einer Kanne aus 1618 und der Kanne der Debrecener Goldschmiede­zunft aus 1743 zugeschrieben. Die Debrecener Kleinkirche hat ebenso eine wertvolle Samm­lung aus Zinngefässen. Die Verfasserin besuchte mit dem Fachinspektor für Kunstge­werbe Frau Dr. Mária Zlinszky - Sternegg zahlreiche kalvinistische Kirchen des Komi­tats. Der vorliegende Aufsatz behandelt die Ergebnisse ihres Weges. Sie zählt viele Zinn­gefässe der Gottestische auf. Die Aufzählung beweist, dass viele Zinngefässe auch heute ebendort am Gebrauch sind, wohin sie vor mehreren Jahrhunderten gefertigt wurden. Dieser Umstand erhöht ihren Wert. Zum Schluss fasst eine Tabelle die Marken der Zinngiessermeister des Komitats und die anderen im Komitat öfter vorgekommenen Marken zusammen, auch venn sie von anderen Gebieten stammten. 360

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