A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1971 (Debrecen, 1972)

Néprajz - Szalay Emőke: Hochzeitsbräuche in Berettyóújfalu

Emőke Szalay HOCHZEITSBRÄUCHE IN BERETTYÓÚJFALU Im vorliegenden Aufsatz werden die Hochzeitsbräuche eines Dorfes in der Grossen Un­garischen Tiefebene abgeschrieben. Berettyóújfalu ist ungefähr 30 km weit von Debrecen, die Zahl der Einwohner beträgt mehr als 10 000, die Mehrheit der Bevölkerung beschäftigt sich mit Landwirschaft. In der Forschung hatte ich das Ziel vor, die Veränderungen in den Hochzeitsbräuche seit der Jahrhundertwende festzustellen. Darum wird bei der Beschreibung der Bräuche immer darauf hingewiesen, was für Veränderungen während 50-60 Jahre unter dem Einfluss verschiedener Faktoren erfolgten. Im geprüften Zeitabschnitt ist die Reihen­folge der Hochzeit im wesentlichen unverändert geblieben: Bekanntwerden, Werbung, Ver­lobung, Einladungen, Ziehen der Hochzeitsgäste des Bräutigams zur Braut, das Ankleiden der Braut, Abbitten, Verabschieden, Hochzeit, Hochzeitmahl, Brauttanz, Auflegen der Haube. Ausserdem begegnet man sich aber grossen Veränderungen. Das Vermögen und die Religion haben z. B. ihre Rolle in der Heiratswahl verloren, die strengen Regeln des Bekanntwerdens und Hofmachens wurden lockerer, das Wert der Mitgift und der Hochzeits­geschenke wurde höher. Bei der Forschung der Veränderungen ist festzustellen, dass sie in erster Linie durch die wirtschaftliche Entwicklung und durch die Erhöhung des Bildungsni­veaus bestimmt sind. In der wirtschaftlichen Struktur des Dorflebens erfolgte eine bedeut­same Veränderung nach dem zweiten Weltkrieg. In der geistigen Kultur hat der erste Welt­krieg einen Verfallsprozess ausgelöst, der nach 1945 nur gesteigert wurde. Auch die Kultur der Stadtbevölkerung hat ihre Wirkung stark ausgeübt, das kann man bei den Hochzeits­bräuche in der Veränderungen der Speisenordnung beobachten. In unseren Tagen ist der Verschwund der traditionellen Formen festzustellen. 383

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