A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1965 (Debrecen, 1966)

Tanulmányok - Lipták Pál–B. Marcsik Antónia: Das anthropologische Material des Gräberfeldes Téglás-Angolkert vom Mittelalter (aus dem XI–XIV. Jahrhundert)

Pál Lipták— В. Antónia Marcsik Das anthropologische Material des Gräberfeldes Téglás—Angolkert vom Mittelalter (aus dem XI — XIV. Jahrhundert) Im Auftrage des Museums Déri von Debrecen sind 1962 auf der zur Gemeinde Téglás gehö­renden Flur ,,Angolkert" durch Gyula Gazdapusztai und György Módy Rettungsausgrabungen vorgenommen worden. Dabei wurde ein kleiner Friedhof samt der aus dem XI-XIV. Jahrhundert stammenden Kirche teilweise erschlossen. Was das archäologische Material anbelangt, wollen wir hier auf die in einem früheren Band dieses Jahrbuches erschienene Mitteilung Gazdapusztais ver­weisen. György Módy fügt in seiner Abhandlung ergänzend hinzu, dass diese kleine Siedlung viel­leicht das „Prädium" (Wohnort des Dienstvolkes) von Téglás aus demXI-XIII. Jahrhundert dar­stelle. Die Ausgrabungen förderten 41 Gräber ans Tageslicht, zur anthropologischen Bearbeitung wurden dagegen 54 Schädel und 17 Skelette an das Anthropologische Institut der Universität Sze­ged überliefert. Der Überschuss ist dem Umstand zuzuschreiben, dass haufenweise zusammenge­worfene menschliche Skelettreste an mehreren Stellen des Gräberfeldes zusätzlich vorgefunden wurden. Von dem anthropologischen Material sind 13 männliche-, 14 weibliche-, sowie 7 jugend­liche- und Kinder-Skelette gut erhalten, 20 Skelette blieben dagegen fragmentarisch auf uns (Ta­belle 1). Die Bearbeitung des Materials haben wir unter Berücksichtigung der Methoden Martins durchgeführt. Da das anthropologische Material nur zu einem kleinen Ausmass gut erhalten geblieben ist, haben wir auf die Berechnung der Parameter verzichtet, und geben somit die Charakterisierung der Serie an Hand der Tabelle 2 bekannt. — Die Männerschädel sind dolichokran, der Gehirn­schädel wird durch Chamäkranie, beziehungsweise Tapeinokranie gekennzeichnet. Der Gesichts­index konnte nur in sehr wenigen Fällen ermittelt werden ; auf Grund des Obergesichtsindexes ist er in erster Linie mesen zu nennen. Für die Augenhöhle ist die Mesokonchie, für die Nase hingegen die Chamärrhinie typisch. — Der weibliche Schädelindex weist höhere Werte auf, als der männliche, mit vorherrschender Brachykranie für die Frauen. Der Gehirnschädel ist hypsikran, beziehungsweise tapeinokran. Das Gesicht ist im Allgemeinen mesoprosop, mesen, auf Grund des Augenhöhlenindexes wird es durch Mesokonchie, an Hand des Nasenindexes jedoch durch Lep­torrhinie charakterisiert. — Das Mindestmass von Skelettknochen, der mittelmässige oder sogar schlechte Erhaltungszustand der Vorhandenen, beziehungsweise die Tatsache, dass die in Haufen zusammengeworfene Skelettknochen nur mühsam identifiziert werden konnten, hat die Ermitt­lung der Körpergrösse vielfach erschwert. Am Ende dieser Mitteilung enthält Tabelle 5. die individuellen Masse für Männer, Tabelle 7. die für Frauen und Tabelle 9. die für Jugendliche und Kinder. Die wichtigsten morphologischen Merkmale fasst für Männer Tabelle 6., für Frauen Tabelle 8. zusammen, und das fragmentarische Material wird in grossen Umrissen in der Tabelle 10. beschrieben. Schon aus der allgemeinen Charakterisierung erhellt es, dass die beiden Geschlechter in ta­xonomischer Hinsicht voneinander abweichen (Tabelle 3). Auf Grund der taxonomischen Analyse konnte man 4 Gruppen abgrenzen. Zahlenmässig kommt die grösste Bedeutung der brachykranen Gruppe (bré) zu (Tafel I.), welche bei Frauen die häufigere ist. Die langschädelige nordoide Gruppe (n) folgt an zweiter Stelle (Tafel II. und III.). Eine gleiche Wichtigkeit kann der cromagnoiden Gruppe (crA,crBé) beigemessen werden, deren Vertreter auf Tafel IV. sichtbar ist. Eine ganz unter­geordnete Rolle nehmen die Mediterranen (m) ein. — Es soll noch erwähnt werden, dass sich die, von Gazdapusztai — als in Haufen zusammengeworfen — bezeichneten Schädel (Ossarien) von den mit Grabnummern versehenen Skelettfunden in taxonomischer Hinsicht unterscheiden. Die Vorgenannten sind nämlich vorwiegend Cromagnoiden, die Letztgenannten dagegen zum grössten Teil Brachykranen. Dadurch erfährt die Annahme Gazdapusztais, wonach die zusammengewor­95

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