A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1962-1964 (Debrecen, 1965)
Adatközlések - Julow Viktor: Einblick in den Werdegang des Ungarischen Kräuterbuches
Viktor Julow Einblick in den Werdegang des Ungarischen Kräuterbuches Die wissenschaftlichen Werke wurden in Ungarn bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in lateinischer Sprache geschreiben. In den letzten Jahrzehnten desselben Jahrhunderts fanden die ersten erfolgreichen Bestrebungen statt, eine wissenschaftliche Literatur in ungarischer Sprache zu schaffen. Als bedeutendstes Werk dieser Bestrebungen gilt das Ungarische Kräuterbuch (Debrecen 1807) von Sámuel Diószegi und Mihály Fazekas, das gleichzeitig das erste grosszügige, wirklich wissenschaftliches Niveau vertretende botanische Werk in ungarischer Sprache darstellt, in dem die einheimische Pflanzenwelt von den Verfassern im System Linnés beschreiben wird, wobei eine gewisse Abstimmung mit dem natürlichen System durchgeführt wurde. Das grösste Verdienst des Buches besteht in der Schaffung der Terminologie und Nomenklatur der ungarischen Botanik. Besonders die letztere bedeutete eine sehr schwere Aufgabe, da eine allgemeine Ungewissbeit und ein wirres Durcheinander im Gebrauch der Benennung der einzelnen Pflanzen herrschte. In der vorliegenden Arbeit werden zwei bisher noch unbekannte Drucksachen mitgeteilt und analysiert, die eigentlich Genusnamenverzeichnisse waren und die von Diószegi und Fazekas mit methodischen Bemerkunken versehen wurden. Der Verfasser weist auf die überaus gründliche und mit grosser Umsicht ausgeführte Arbeitsmethode der Verfasser des Ungarischen Kräterbuches hin, von der man bisher ziemlich wenig Kenntnisse hatte. 414