A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1948-1956 (Debrecen, 1957)

Béres András: Nyíradonyi betlehemesek, csillagosok

Nyiradonyer Weihnachtsspieler, Dreikönigsspieler von Andreas Béres Das Dorf Nyíradony gehörte früher zum Kom. Szabolcs-Szatmár, jetzt zum Kom. Hajdú-Bihar. Hier lebt seit dem Jahre 1890 der Brauch des Weihnachts- und Dreikönigsspieles am Weihnachtsabend, welcher auf Veranlassung des griechischen katholischen Dorflehrers Béla Veikéi heimisch wurde. Heute ebenso, wie anfangs treiben das Weihnachtsspiel Burschen im Alter von etwa 16 —20 Jahren, während das Dreikönigsspiel ein Brauch der Knaben (unter 14) ist. In der Regel vereinigen sich in einer Gruppe (oder wie sie nennen ,,Bande") Jungen, die im Dorfe einan­der nahe wohnen. Zum Haupt wählen sie gewöhnlich den ältesten von ihnen. Vor den Feiertagen kommen sie jeden Abend zusammen, lernen ihre Verse auswendig und proben ihre Rollen. Das Tempelchen für's Weihnachtsspiel verfertigen Bastler oder Radmacher, oft stellen sie jedoch die Spieler selbst zusammen. Das Tempelchen hat meistens ein, oft zwei Türmlein. An die Seitenwände und Decke kleben sie einen Umschlag aus farbigem Papier und darauf kommen zur Verzierung aus farbigem Papier ausgeschnittene Sonne-, Mond und Sternfiguren. Drinnen steht die mit Moos gefüllte Weihnachtskrippe, ringsherum die aus Gips modellierten Tierfigürchen. Der grössere Teil der Spieler trägt einen verzierten Papiertschako, dazu gehören Schnurrbart und Bart aus Hanfwerg. Das Weihnachtsspiel hat insge­samt sechs Spieler. Heródes und die Dreikönige alle sind im weissen Gewand mit Lammelpelzmütze und mit Schnurrbart und Bart versehenen Masken. (Taf. IX. 2.) Die Dreikönigsspieler sind ebenso angekleidet, wie die Dreikönige des Weihnachtsspieles. (Taf. IX. 1.) Die während des Spieles vorgetragenen Gesänge haben einen religiösen Charakter, aber die eingeschaltenen, meistens scherzhaften Texte scheinen in ihrer heutigen Form den religiösen Charakter des Spieles nicht mehr zu beweisen. Beson­ders beachtenswert ist der Stocktanz, den zwei alte Hirten mit je einem gekette­ten Stocke vor dem Weihnachtstempelchen aufführen. Am Weihnachtsabend besuchen die Spieler bis gegen Mitternacht der Reihe nach die Häuser. Die Leute pflegen in die Büchse des Tempelchens ein Geldstück zu werfen. Um 12 Uhr gehen sie in die Kirche zur Mitternachtsmesse, damit ist das Weihnachtsspiel zu Ende. Dann bewahren sie das Tempelchen sorgfältig bis zur nächsten Weih­nacht. Den vollständigen Text und Melodien des Weihnachts- und Dreikönigsspieles hat Verfasser mittels Magnetophon teils ohne Wissen der Spieler am Ort und Stelle aufgenommen. Die Bräuche des Weihnachts- und Dreikönigsspieles im Dorf Nyíradony sind auch heute noch lebendig. Gemäss der Meinung der Spieler haben sie da­bei nicht besonders den Gelderwerb vor Augen, sondern das Aufrechterhalten des altherkömmlichen Volksbrauches, dieses Bestreben veranlasst sie diese Weihnachtsspiele jahraus — jahrein wiederzubeleben und von Vater auf Sohn zu übermitteln. 64

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