Módy György – Kállai Irén szerk.: Bihari Múzeum Évkönyve 8-9. (Berettyóújfalu, 2001)

IRODALOMTÖRTÉNET - NYELVÉSZET - LITERATURGESCHICHTE - Über die Dichtung von Imre Nagy

György né Tódor ÜBER DIE DICHTUNG VON IMRE NAGY Man hört die echte Stimme des Dichters Imre Nagy, wenn er aufrichtig über die Bauernwelt als über seine eigene schreibt. So gilt seine Dichtung als der Spiegel seiner Persönlichkeit. Seine Welt ist furchtbar schutzlos und unheimlich grausam, aber darin steckt doch der Wunsch nach Schönheit und Freiheit. Seine Erlebnisse wurzeln in der dunklen, machmal heiteren Welt der Bauern. Seine Zeit bewahrt noch die alten Mythen und Aberglauben. Das Leben des Dichters ist voll von Mystik, das erscheint auch in seinen Gedichten. Die magische Kraft seiner Bilder lässt sich spüren, wenn diese das harmonische Zusammenleben des Menschen mit der Natur darstellen. In seiner Dichtung wird der Ton der tiefsten Volkswelt auf spontane Weise laut. Er greift auch zu der Volksdichtung durch seine Instinkte getrieben. Manchmal kann er auch den Stimmen der Anklage Ausdruck geben, aber häufiger flieht er vor den menschlichen Leiden in die heilende Harmonie der Natur. Mit Recht kann man seine Dichtkunst zur volkstümlichen Lyrik rechnen. Die literaturhistorische Bedeutung von Imre Nagy besteht darin, dass er über die Sárrét der 30-er Jahre ein Bild mit soziographischer Genauigkeit gegeben hat, darüber hinaus hat er die Traditionen der alten Volkskultur und die Moral der volkstümlichen Sichtweise bewahrt. Seine Volkstümlichkeit ist von der höheren Kultur nicht besonders berührt worden. Er drüchkte seine Gedanken am häufigsten in volksliedähnlichen Formen aus, oder wählte das Genrebild und die Ausdruckdformen der epischen Dichtung wie Arany und Petőfi. Seine Kunst ist noch von Adys Symbolismus, Sinkas Schamanismus und von der Bibel beeinflusst worden. Der Wert der Dichtung von Imre Nagy zeigt sich einerseits darin, dass es dem Dichter gelungen ist, der primitiven Kultur im Bereich der Lyrik einen Platz zu finden, was als beispielhafter Versuch für die nach Synthese strebenden neueren lyrischen Tendenzen gilt. Den besonders hohen Wert des ganzen Werks kann man darin sehen, dass Imre Nagy in dem ans Kreuz geschlagenen Ungarn den Menschen als ein Wesen mit Gottesangesicht darstellen konnte. Dieser Mensch ist fähig die Schätze des Volkes, so die Traditionen und die Volksbräuche, die Mythen, dessen typische Denkweise zu bewahren; Imre Nagy hat all dieses in seinen Gedichten in der lebhaften Sprache der Bauern geschildert. 168

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