Környei Attila – G. Szende Katalin szerk.: Tanulmányok Csatkai Endre emlékére. A Soproni Múzeum kiadványai 2. (Sopron, 1996)
Nagy Alpár: Liszt Ferenc és korának eszméi
Alpár Nagy Franz Liszt und die Ideen seines Zeitalters (Zusammenfassung) Die Abhandlung untersucht, auf den diesbezüglichen Arbeiten basierend, in groben Umrissen das Leben von Ferenc Liszt in Zusammenhang mit den revolutionären Umständen des vorigen Jahrhunderts. Die Aufmerksamkeit wird auf die europäischen Ereignisse gerichtet, die seine Ideenwelt dauerhaft beeinflußten und tiefe Eindrücke in seinem philosophischen Denkwesen, seinem Benehmen, seiner ganzen Tätigkeit hinterließen. In diesem Sinne können wir die folgenden Feststellungen als Knotenpunkte der Laufbahn von Liszt bezeichnen: (1) Seine eigene psychische Not, die Pariser Zeit seiner seelischen Leiden wegen seiner hoffnunglosen Liebe (1827— 1830), die Jahre der „freiwilligen Einsamkeit", wodurch er — dank seines Willens, seines unruhigen Geistes, und in erster Linie infolge der Wirkung der zeitgenössischen französischen, deutschen Literatur und Kunst — vermännlicht und als Sieger herauskam: er entfernte sich von der konservativen Romantik, fand die Anhänger des Saint-Simonismus, lernte die Lehre von Saint-Simon, den utopistischen Sozialismus kennen. (2) Er erlebte in Paris die Revolution vom Juli 1830, komponierte die „Skizzenhafte Symphonie". (3) Er konnte laut seiner eigenen Erfahrungen die Lage der Seidenweberarbeiter in Lyon tief nachempfinden (1837), er tritt fur sie ein, identifizierte sich mit ihnen und mit ihren Zielsetzungen, als er ihr Elend sah. (4) Ab März 1838 richtete sich seine Aufmerksamkeit immer mehr auf seine Heimat, sein politisches Benehmen kam durch seine Empfänge in Ungarn (Pressburg, Pest, usw.) und durch die Konzerte zum Ausdruck (1839, 1840, 1846). (5) Er sympathisierte mit den revolutionären Gedanken (viel weniger mit den einzelnen Ereignissen) Europas in den Jahren 1848/49, und äußerte sich im Zusammenhang mit dem Geschehen seiner damaligen Lage entsprechend. Er trug zur Bewahrung der Erinnerung an sein Heimatland und an die Märtyrerhelden der ungarischen Freiheitskämpfe bei. (6) Im Jahre 1860, im Europa des sich immer mehr verbreitenden Kapitalismus suchte und fand er seine innere Ruhe in der Religion. Sein politisches Idol war in dieser Zeit Napoleon III. (7) Während des preusisch-französischen Krieges hatte er Sorgen um das Schicksal Frankreichs, der Untergang des Kaisertums berührte ihn schmerzhaft. Die darauf folgende Zeit der Preußen (Bismarck) konnte nicht mehr seine Welt sein. Wir können zusammenfassend über ihn sagen: er lebte und arbeitete mit reiner Seele und reinem Herzen, er blieb seinen Ideen und sich selbst immer treu. 318