Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Crynaeus András: A gönyűi famaradványok elemzése

Die Holzkohlereste enthalten Stücke sowohl von Stieleiche als auch von Nadelhölzern. Interessant war die Untersuchung der Holzkohle im freigelegten Herd, weil es sich hier bei jedem Stück um Fichte (Picea abies (L.) Karsí.) handelte. Wie es scheint, haben die Benutzer der Gebäude zum Feuern Nadelholz verwendet, und zum Bauen eher das harte Eichenholz, und bei Verwüstung des Gebäudes gelangten die daher stammenden Holzkohlestücke in die Erde. Eine wichtige Schlussfolgerung kann auch daraus gezogen werden, dass auch ein Fichtenast erhalten ist. Es bedeutet, dass die verfeuerten Fichten in der Nähe gewachsen sein müssen, und nicht von ferne (z. B. von den oberen Abschnitten der Donau her) heran transportiert wurden. Baumstämme nämlich wurden auf Flüssen unabhängig von der geschichtlichen Periode immer und weltweit transportiert, Reisig und Astwerk jedoch nicht. Also gehörten die Nadelbäume zum gegebenen Zeitpunkt unmittelbar zur lokalen Florapalette, was wiederum auf damalige klimatische Eigenheiten hindeutet. Diese Angaben unterstützen den bei der Analyse anderer Fundorte formulierten Gedanken, dass das Klima im Karpatenbecken in jener Zeit dauerhaft trockener und vermudich wärmer war. Die römischen Legionäre fanden hier in Pannonien also ein den mediteranen Gebieten ähnliches Klima vor. An den größeren Stücken führten wir im Interesse der genauen Altersbestimmung des Holzes die dendrochronologische Analyse durch. Im Laufe dieser Analyse wird die Dicke der Jahresringe, die für die jeweilige Baumart, deren Standort und Jahr charakteristisch sind, benutzt. In der gemäßigten Klimazone und in solchen Gebieten mit wechselnden Jahreszeiten sind im Körper der sich im Wachstum befindenden Bäume die durch das Kambium entstandenen Jahresringe gut zu unterscheiden. Wenn man diese zählt, kann man das Alter des Baums zum Zeitpunkt der Fällung feststellen. Es muss betont werden, dass es sich hierbei lediglich um das Lebensalter des Baums, also um die Anzahl der Lebensjahre handelt. Es gibt Bäume, die breite Jahresringe produzieren (z. B. Pappel) sowie solche mit schmalen Jahresringen (z. B. Eiche). 71

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