Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)
Bíró Szilvia: Fogadó a határon
Allgemein spiegelt das Fundmaterial einer Straßenstation auch ihre Funktion wieder, d. h. es kommen viel Küchenware, evt. mit dem Handel in Verbindung stehende Gegenstände, Keramik, Pferdegeschirr zu Tage. Auch kommen mit dem Militär in Verbindung stehende Funde vor, aber dies ist nicht markant. Am pannonischen Abschnitt des Limes kam bisher noch kein eindeutig als Straßenstation identifizierbares Gebäude zum Vorschein. Die Funktionen der Straßenstationen, des Pferdewechselns wurden hier von sich in regelmäßigen Entfernungen befindenden Limeslagern und den darum angelegten zivilen Siedlungen [vicus, canabae) versehen. Unabhängig davon kennt die Fachliteratur mehrere solcher Fundorte, wo die Forschung nicht unbedingt militärische Funktion vermutet: z. B. Maria Eilend, wo man neben Wachtürmen auch ein anderes Gebäude freigelegt hat, oder Katarinenhof, wo ein vierräumiges Wohngebäude zu finden ist, dessen ungewöhnlich dicken Mauern doch eine Schutzfunktion verraten. Am ungarischen Abschnitt kannten wir bis dahin ein solches Gebäude nicht. Mansio/Mutatio An den Hauptverkehrslinien, welche größere Städte, militärische Lager verbanden, wurden in gleicher Entfernung voneinander Stationen, Herbergen errichtet. In der Literatur sind für solche Straßenstationen und Herbergen verschiedene Benennungen zu finden — die verbreitetste sind: mansio, mutatio und statio. Der Ausdruck mansio wurde allgemein für solche - oft aus mehreren Gebäuden bestehenden - Stationen gebraucht, wo den Einkehrenden auch Unterkunft gesichert wurde. Häutig gehörte auch ein Bad zum Komplex. Mutatio war wahrscheinlich ein bescheideneres Gebäude, das für kürzere Aufenthalte und Erfrischung Möglichkeiten bot, und wie auch der lateinische Name verrät, zum Pferdewechsel geeignet war. Statio bedeutet die zusammenfassende Bezeichnung für jedweilige Straßenstationen — die Bezeichnung verbreitete sich ab dem 2.Jh. Im gesamten Reich wurden die Stationen im Abstand einer Tagesreise mit dem Wagen gebaut. Was eine eintägige Wagenreise bedeutet, hing natürlich auch von den Geländeverhältnissen ab. An den steilen Pässen der Alpen konnten sie 5-6 Meilen voneinander stehen, während der Abstand auf flachem Gebiet bis zu 10-15 Meilen betrug. 55