Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Bíró Szilvia: Fogadó a határon

Leider fanden wir keine, eindeutig zur militärischen Ausrüstung gehörende Gegenstände (z. B. Waffen, Helme, Panzerfragmente), jedoch aber kleinere Gegenstände, caliga (Sandalen)-Nieten, Gürtelbe­­schäge weisen auf die Anwesenheit des Militärs. Es kamen mehrere Eisenmesserldingen zum Vorschein, darunter ein schönes Messer mit Knochengriff. Ziegelstempel Auch sehr wichtig sind die gefundenen Ziegel mit Stempel, denn sie zeugen nicht nur von der einstigen Dachbedeckung des Gebäudes, sondern auch davon, woher die riesige Menge an Ziegeln stammte. Insgesamt fanden wir 130 mit Stempel versehene Ziegel. Warum Stempel? Einesteils kennzeichneten die Werkstätten ihre Produkte auf diese Weise, andernteils spielten die Stempel wohl auch eine Rolle dabei, dass man die Menge der hergestellten Ziegel so verfolgen konnte, denn nicht alle Ziegeln wurden gestempelt. In Gönyű wurden 88 solcher Ziegel gefunden, deren Stempel mit legio I adiutrix in Verbindung gebracht werden können. Die Legion kam im Jahre 97 nach Chr. nach Brigetio, in das sich auf dem Territorium des heutigen Komárom—Szőny befundenen Legionslager, wurde aber bald, 101 nach Chr., nach Dacia abkommandiert, wo sie sich im von Traianus angeführten Kriegszug auszeichnete. Von dort kehrte sie 118 an die Donau zurück, geehrt mit dem Titel pia fidelis den der Kaiser der militärischen Einheit für ihre Leistungen im Kriege verliehen hatte. Der Name der Legion erscheint auf den Ziegeln in der Abkürzung LEG.I.AD.PE Die Ziegeln wurden in der von einer Einheit der Truppe betriebenen Ziegelbrennerei hergestellt. Wegen der Einmalig­keit der Stempel genügt es oft, wenn wir nur ein Fragment davon kennen. Da die Legion bis zum 4. Jh. in Brigetio stationiert war, ist es leider schwer, die einzelnen Stempel zu datieren, vielleicht können die begonnenen Materialunter­suchungen dabei helfen. Wir könnten so nicht nur die einzelnen Ziegel den Herstellungswerkstätten nach unter­scheiden, sondern auch das Alter der einzelnen Stempel mit Hilfe natur­wissenschaftlicher Untersuchungen feststellen. 39

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